Tipps für den Notebook-Kauf

Der Notebook-Kauf ist komplizierter als viele denken. Große Elektromärkte werben meistens mit Beschreibungen wie schnell, super, viel, groß und natürlich günstig. Am meisten Geld lässt sich beim Kauf sparen, wenn man vorher überlegt, was man eigentlich benötigt.

Größe und Gewicht

Wer sein Notebook mit sich herumtragen möchte, sollte auf eine kompakte Größe und ein niedriges Gewicht achten. Mobile Geräte haben in der Regel eine Bildschirmdiagonale von 12-14 Zoll und wiegen unter 2 kg. Die ganz kompakten Geräte wie Ultrabooks wiegen oft sogar unter 1,5 kg. Wer sein Notebook dagegen nur für Zuhause benötigt, kann zu 15 oder 17-Zoll-Geräten greifen, die zwar deutlich schwerer sind, dafür aber auch einen größeren Bildschirm mitbringen.

CD oder DVD-Laufwerk

Die CD und DVD sterben immer mehr aus, auch die Blu-ray Disc ist in Computern nur wenig verbreitet. Standard-Notebooks verfügen in den allermeisten Fällen über einen DVD-Brenner, in kleinen und leichten Notebooks fehlt meistens ein DVD-Laufwerk komplett, um den Platz und das Gewicht einzusparen. Wer nur hin und wieder mal ein DVD-Laufwerk benötigt, kann sich für um 40 Euro eins mit USB-Anschluss kaufen.

Prozessor und Grafikkarte

Wer nur mit Word, Excel und Powerpoint arbeitet, im Internet surft, dort einige Videos ansieht und Fotos von seiner Digitalkamera auf das Notebook laden möchte, kommt in der Regel mit einem Einstiegsprozessor und ohne besondere Grafikkarte aus. Empfehlenswerte Prozessoren sind hier (von langsam nach schnell): AMD A8, Intel Pentium, AMD A10, Intel Core i3, i5 und i7. Bei den Intel Prozessoren ist darauf zu achten, dass die Core i3-XXX mit drei Nummern dahinter nicht mehr aktuell sind, die Core i3-2XXX sind schon das alte Modell und aktuell sind die Core i3-3XXX. Selbiges gilt für den Core i5 und i7. Für Gamer gilt: Lieber einen Desktop als ein Notebook mit Spiele-Grafikkarte. Das Gerät wird heiß und die Grafikkarte hat kaum die Leistung eines Desktop-Pendants. Außerdem schluckt sie ordentlich Strom. Prozessoren, von denen man die Finger lassen sollte sind der Atom von Intel und die AMD C, E-, A4 und A6-Serie.

Arbeitsspeicher und Festplatte

4 GB Ram (Arbeitsspeicher) sollten es mindestens sein, mehr ist immer besser. Was den Festplattenspeicher angeht, so ist bei den Herstellern meistens die Devise, dass mehr besser ist. Stimmt aber nicht. Festplatten bieten zwar viel Speicherplatz, sind aber sehr langsam, was sich auf das ganze System auswirkt. Ich bin ein Fan von SSDs, die zwar im Verhältnis zum Speicherplatz mehr kosten, dabei aber auch schneller sind. Der Systemstart lässt sich mit einer vernünftigen SSD von etwa 60-90 Sekunden auf unter 30 Sekunden drücken. In der Regel kann man eine SSD nachrüsten, 120 GB kosten momentan etwa 85 Euro, 250 GB etwa 150 Euro.

Akku

Wer mit seinem Notebook mobil bleiben möchte, benötigt einen guten Akku und eine ausgewogene Komponentenzusammenstellung. Den Herstellerangaben kann man hier kaum vertrauen. Viele günstige Notebooks haben Laufzeiten von gerade einmal zwei Stunden (dann sagt der Hersteller vier Stunden), es sollten für unterwegs schon vier Stunden sein, gerade wenn der Akku wie bei vielen Ultrabooks nicht tauschbar ist.

Display

Das Display ist eins der wichtigsten Bauteile des Notebooks, schlicht und einfach weil man immer draufguckt. Leider ist das Display das Bauteil, an dem in der Regel am meisten gespart wird. Zuerst einmal an der Auflösung. In den meisten Fällen werden selbst bei relativ teuren Geräten nur HD-Displays mit einer Auflösung von 1366×768 Pixeln verbaut. Besser wäre natürlich Full-HD (1920×1080 Pixel) oder mehr. Das ist dann so viel, wie die meisten aktuellen Fernseher haben. Warum so viele Pixel? Am Notebook-Display sitzt man deutlich dichter als an einem Fernseher, wenn man zu wenig Pixel hat, dann kann man mit bloßem Auge das Pixelraster erkennen. Das macht das Bild unscharf und grob. Inzwischen werden selbst in Smartphones und Tablets Full-HD-Displays eingebaut, Apple hat hier mit seinen „Retina“-Displays den Weg geebnet. Bei Standard-Notebooks ist das aber noch nicht angekommen.

Wichtig ist auch die Entspiegelung. Wer einmal in einem Elektronikmarkt vor einer Reihe von Notebooks gestanden hat, wird festgestellt haben, dass die meisten Displays spiegeln. Dies geschieht, damit billige Displays brillanter aussehen, denn entspiegelte Displays wirken oft weniger gut. Für den Einsatz unter freiem Himmel oder bei viel Gegenlicht ist das schlecht, denn man sieht vor allem sein eigenes Spiegelbild. Für den mobilen Einsatz muss (!) ein Display matt, also entspiegelt, sein.

Noch ein Punkt, die Helligkeit. Viele Hersteller verpassen ihren Notebooks nur eine Displayhelligkeit von 200-250 Candela. Das ist für den mobilen Einsatz nicht ausreichend. Dort sollten es mehr als 350 Candela sein.

Fazit: Die Suche nach einem Notebook ist schwierig, ich hoffe aber, dass meine Tipps etwas helfen. In den nächsten Tagen werde ich einige konkrete Tipps für vernünftige Geräte in unterschiedlichen Preisklassen posten.

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