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Warum Windows Phone im Vergleich zu Android und iOS vielleicht die Zukunft gehört

Wer sich heute ein Smartphone kaufen möchte, stellt sich in der Regel die Frage, ob es ein iPhone oder eins der vielen Android-Geräte sein soll. Dabei gibt es noch eine gute Alternative, der die Zukunft gehören könnte: Windows Phone von Microsoft. Richtig gelesen.

Seit der Version 8 (kurz auch WP8) genannt, ist Windows Phone ein wirklich gutes System geworden, das mit den etablierten Systemen gut mithalten oder sie sogar übertrumpfen kann. Was also genau spricht für WP8 und was nicht?

HardwareanforderungenApple stimmt seine iPhones sehr gut auf sein iOS ab. Das geht natürlich nur, wenn man nur wenige Geräte auf das System abstimmen muss. Mit dem iPhone 4, 4S und 5 sind es drei. Anders sieht es bei Android und WP8 aus. Diese werden von vielen Herstellern eingesetzt, darunter Samsung, HTC, LG, Nokia und anderen. Eine Anpassung an eine spezifische Hardware ist also schwierig. Das merkt man vor allem Android an, das als schwerfälliges System gilt, weil es viele Ressourcen schluckt. Inzwischen gibt es bereits Geräte mit einem Quadcore-Prozessor und 3 GB Arbeitsspeicher, damit Android gut darauf läuft. Anders sieht es bei WP8 aus, das sich architektonisch massiv von Android und iOS unterscheidet. Ein kleiner Dual-Core Prozessor und 512 MB Arbeitsspeicher sind für ein flüssiges System völlig ausreichend. Daher können die Geräte günstiger hergestellt werden und trotzdem schnell sein.

Apps
Apple und Android haben hier natürlich klare Vorteile: Beide Systeme haben große App-Stores, die seit Jahren wachsen. Bei WP8 ist die Auswahl nicht ganz so groß, aber Whatsapp, Facebook, Twitter und viele andere bekannte Apps wird man dort natürlich finden. Bonus WP8: Microsoft liefert gratis eine mobile Version von MS Office inklusive Online-Speicher mit. Das gibt es nirgendswo sonst.

Individualisierung
Mich stört an den Apple-Geräten immer, dass man mit dem Bildschirmplatz nichts anfangen kann. Man kann keine Termine einblenden, keine Uhr, kein Facebook und kein Twitter. Man muss für alles die App öffnen. Unpraktisch. Bei Android gibt es Widgets, die man auf mehreren Homescreens platzieren kann. Praktisch, aber nicht einfach zu bedienen. Bei WP8 gibt es die Kacheln, die verschiedene Größen annehmen können und Inhalte anzeigen können. Das ist zwar nicht ganz so flexibel wie bei Android, dafür aber sehr einfach.

Einfache Bedienung
iOS ist einfach, bietet aber kaum Individualisierungsmöglichkeiten. Android ist gerade für Anfänger oft viel zu kompliziert, WP8 hingegen findet einen guten Mittelweg zwischen Vielfalt und Einfachheit.

Offenheit
Das iOS von Apple beruht zwar grundsätzlich auf offener Technologie, allerdings wird man in ein komplett geschlossenes System gelekenkt, in dem man nur über iTunes Apps, etc. laden kann. Bei Microsoft sind das System und der Store auch geschlossen, im Gegensatz zu Android, wo das gesamte System offen ist und auch andere App-Stores wie etwa der von Amazon installiert werden können.

Synchronisierung
Kalender und Kontakte kann man mit Apple und Android gut synchronisieren, mit WP8 klappt das wegen einer noch nicht vorhandenen WebDAV und CalDAV-Unterstützung noch nicht so gut. Dafür ist der Skydrive-Speicher für Office mit angebunden.

Updates
Apple bringt für seine wenigen Geräte lange Updates, ein altes Gerät wird also einige Zeit mit der neusten Software versorgt. Ganz anders bei Android, wo Updates oftmals eher die Ausnahme als die Regel sind und von Hersteller zu Hersteller variieren. Gut: bei WP8 gibt es noch lange Updates, die aktuelle Version von WP8 wird bis zum Juli 2014 unterstützt, sobald es Updates (z.B. 8.1) gibt, wird es 18 Monate lang unterstützt – von allen Herstellern.

Kosten
Das „alte“ iPhone 4 kostet knapp 400 Euro und ist als Einstiegsgerät sehr teuer. Auch das iPhone 5 ist nicht gerade günstig – das kleinste gibt es für ca. 600 Euro. Anders ist das bei den Android und WP8-Geräten, wo es den günstigen Einstieg schon im Bereich von unter 150 Euro gibt. Spitzengeräte kosten in etwa so viel wie das iPhone 5, bieten aber deutlich mehr Ausstattung.

Fazit
Windows Phone ist klar im Aufwind. Zu den anderen Systemen fehlt kaum noch etwas. Wie man unten in der Tabelle sehen kann, liegt es gleichauf mit Android. Sicher fehlen bei dem einen oder Anderen System einige Dinge, aber das Gesamtkonzept stimmt. Apple ist deutlich abgeschlagen, man merkt dem System sein Alter an. Es ist teuer, wenig flexibel und im Gegensatz zur Konkurrenz nicht mehr attraktiv. WP8 macht sich, es sollte also eine klare Alternative beim Neukauf sein.

Vergleichstabelle

iOS Android WP 8
Hardwareanforderungen ++ o ++
Apps + ++ o
Individualisierung ++ ++
Einfache Bedienung + ++
Offenheit – – ++ – –
Synchronisierung + ++ o
Updates + ++
Kosten – – ++ ++
Gesamturteil o + +

(++ = sehr gut, + gut, o ausreichend, – mangelhaft, – – ungenügend)

 

Gentechnik: Aufklärung und Forschung nicht bremsen

Aktuell kocht in Niedersachsen eine Debatte über Gentechnikexperimente in Schulen hoch. Die neue Rot-Grüne Landesregierung möchte nämlich das Projekt HannoverGEN an Schulen einstellen. Christian Meyer von den Grünen, neuer Umweltminister in Niedersachsen, befürchtet, dass die Schüler nur einseitig über die Gentechnik informiert werden, weil sich die Wirtschaft an diesem Projekt beteiligt. Um die Schüler ausgewogener zu informieren, schließt man also die Gentechniklabore in den Schulen.

Diese Argumentation kommt mir sehr bekannt vor. In den USA versuchen Kreationisten, mit einer ähnlichen Argumentation die biblische Schöpfungslehre (oder vielmehr das, was sie dafür halten) in den Schulunterricht zu bringen. Begründung: Die Schüler müssen ausgewogen über alle Modelle informiert werden.

Um sich eine Meinung zu bilden, muss man aber erst verstehen, worum es eigentlich geht. Dafür gibt es die Wissenschaft und Forschung, dafür macht man Versuche und Tests. Wer dies unbegründet durch ideologische Scheuklappen verhindert, der handelt nicht nur fortschrittsfeindlich sondern auch verantwortungslos. Wenn die Wissenschaft und die Bildung unsere Ressource der Zukunft ist, warum dann nicht auch im Bereich Gentechnik? Warum möchten die Grünen (und die SPD) schon die bloße Information über Gentechnik unterbinden? Dies ist etwas, dass sich auch Florian Freistetter fragt.

Von den Gegnern der Gentechnik werden die Risiken für die Natur, Gesundheit und überhaupt der Eingriff in die Natur selbst als Argument gegen die Gentechnik in der Landwirtschaft angeführt. Die „Natur“ ist also heilig, man darf sie nicht verändern.

Bedenken muss man aber, dass so ziemlich alles, was wir essen, das Ergebnis einer Zucht ist. Eine Zucht ist nichts anderes als eine Selektion und damit auch eine Veränderung des Erbguts. Eine Zucht ist eine genetische Manipulation, ob man es nun wahrhaben möchte oder nicht. Wir haben die Welt, in der wir leben, schon massiv an unsere Bedürfnisse angepasst.

Was die Risiken angeht, so scheint es in den Ländern, in denen Gentechnik seit zwanzig Jahren und mehr zum Alltag gehört, keine besonderen Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen zu geben. Mir ist keine Studie bekannt, die dies belegen würde. Es gibt natürlich einen Effekt auf die Umgebung, allerdings muss man sich fragen, was hier als Vor- und Nachteil überwiegt.

Nehme ich es in Kauf, dass durch meinen gentechnischen Eingriff in die Natur eingegriffen wird und sich diese Veränderung eventuell auf andere Pflanzen ausbreitet? Oder nutze ich den Vorteil der Gentechnik, weniger Pestizide gegen Schädlinge zu benötigen und Pflanzen möglich zu machen, die noch positiver auf unsere Gesundheit wirken? Denn machen wir uns nichts vor: Unser Eingriff in die Natur reicht so weit, dass wir kaum mehr zurück können. Gentechnik könnte helfen, die Natur zu entlasten, indem wir weniger Schadstoffe auf unsere Felder sprühen.

Genau das muss man erforschen und testen können. Gerade in Deutschland. Vielleicht ist Gentechnik so etwas wie Dünger und Pestizid 2.0, nur ohne die schädlichen Nebenwirkungen. Vielleicht kann Gentechnik etwas gegen den Hunger in der Dritten Welt leisten, vielleicht kann sie unsere Ernährung positiv beeinflussen. Vielleicht ist Gentechnik das eigentliche Bio. Vielleicht.

Wer sich eine gute Doku zu diesem Thema ansehen möchte, dem kann ich die Doku von der BBC-Wissenschaftsserie „Horizon“ ans Herz legen: Jimmy’s GM Food Fight:

Wählen ab 16: Plädoyer für eine weitere Senkung des Wahlalters

Gerade hat die Bürgerschaft in Hamburg beschlossen, das Wahlalter für die nächsten Bürgerschaftswahlen auf 16 Jahre zu senken. Damit ist Hamburg nach Bremen und Brandenburg das dritte Bundesland, das das Wahlalter bei Landtagswahlen auf 16 Jahre gesenkt hat. Daneben gilt bei vielen Kommunalwahlen auch in anderen Bundesländern das niedrigere Wahlalter.

Für jeden Menschen in unserem Staat gelten die Grundrechte gleichermaßen. Kinder sind von ihrer Geburt an Staatsbürger – für sie gelten im Prinzip die gleichen Rechte wie für Erwachsene. Da sie sich in einer Entwicklung hin zu einem erwachsenen Menschen befinden, werden sie von Gesetzen besonders geschützt. Beispiele hierfür sind etwa die Strafmündigkeit (ab 14) und die Geschäftsfähigkeit (beschränkt, dafür aber schon ab sieben Jahren). Die vollen Rechte und Pflichten erhalten Personen in der Regel ab 18 Jahren.

Das Problem hierbei ist, dass wir einerseits Kindern in einem geschützten Raum schon in jungen Jahren einige Dinge zutrauen und sie mit zunehmendem Alter immer mehr Rechte und Pflichten bekommen. Andererseits gilt das nicht für das Wahlrecht, obwohl dies für Kinder von großer Bedeutung sein müsste, da sie, wenn sie wählen könnten, mit über die Politik entscheiden könnten, die ihre Zukunft beeinflusst.

Oft höre ich, dass Kinder noch nicht reif sind, zu wählen, dass eine Wahlentscheidung eine zu hohe Verantwortung sei oder dass Kinder und Jugendliche überhaupt nicht Wählen wollen würden. Diese Argumente übergehen aber einen wichtigen Punkt: Die Festlegung des Wahlalters ist beliebig. Es gibt keinen besonderen Grund, warum gerade mit 18 die Volljährigkeit eintritt (früher waren es in Deutschland 25 oder 21 Jahre). In einigen Ländern liegt sie bereits jetzt niedriger, in Schottland und Nepal beispielsweise bei 16 Jahren.

Gleichzeitig hätte man eine Obergrenze für das Wahlalter einführen können, was aber bislang kein mir bekanntes Land gewagt hat. Hier könnte man ähnlich dafür argumentieren: Warum sollten alte Menschen noch über ihre Zukunft entscheiden, wenn sie den größten Teil ihres Lebens bereits hinter sich haben? Lassen sich alte Menschen nicht vielleicht leicht beeinflussen? Können sie überhaupt noch klar denken? Was in diesem Fall zynisch klingt, zeigt, wie zynisch die Debatte von Gegnern des Jugendwahlrechts teilweise geführt wird. Hinzu kommt, dass die Argumente gegen das Wahlrecht von alten Menschen sich durchaus im passiven Wahlrecht niederschlagen – für einige Ämter gibt es Altersobergrenzen von 65 oder 68 Jahren.

Die Grenzen des Wahlalters sind also beliebig. Es kann also durchaus sehr gut informierte Zwölfjährige geben, die gerne wählen möchten, dies aber nicht können. Gleichzeitig kann es schlecht informierte halb-demente Senioren geben, die noch wählen könnten, es aber nicht mehr tun. Und umgekehrt ist es natürlich auch möglich: Desinteressierte, destruktive Jugendliche versus aktive, fitte und interessierte Senioren. Kann man sich nun also anmaßen, darüber zu entscheiden, wer wählen darf und wer nicht?

Hinzu kommt noch ein schlagendes Argument für das Wahlrecht für Jugendliche. Sie sind die einzige Bevölkerungsgruppe, die flächendeckend Politikunterricht bekommt. Und genau diese Gruppe wird von den Wahlen ausgeschlossen. Was dem Thema noch eine absurdere Note gibt ist, dass sich dann viele Erwachsene wundern, warum sich Kinder und Jugendliche so wenig für Politik interessieren und warum die Parteien so wenig junge Mitglieder haben. Warum sollten sich junge Leute für etwas aufreiben, was sie selber nur als Beobachter begleiten dürfen? Warum dürfen sie ihre Zukunft durch Wahlen nicht selber mitgestalten?

Die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre kann nur ein Anfang sein. Eigentlich müssten alle Bürger, die wählen möchten, wählen können. Unabhängig vom Alter. Wer sich zu jung oder zu alt oder nicht wahlfähig fühlt, kann ja einfach nicht an der Wahl teilnehmen. Wir sollten uns – im 21. Jahrhundert – wirklich fragen, ob wir die Jugend politisch weiter ausgrenzen möchten oder ob wir, wie beim Frauenwahlrecht etwa, irgendwann über unseren eigenen Schatten springen können. Am Ende sind Wahlaltergrenzen (im aktiven und passiven Wahlrecht) nur eins: Altersdiskriminierung.

Papst Benedikt XVI. aka Joseph Ratzinger

Der Papst tritt zurück – Hoffnung für die Zukunft?

Ich bin nun beileibe kein Katholik – im Gegenteil. Das, was die katholische Kirche verbreitet, halte ich größtenteils für nicht richtig. Die aktuelle Debatte zeigt, wie weit sich die katholische Kirche von der Realität abgekoppelt hat und wie wenig sie für Kritik zugänglich ist.

Frauen dürfen nicht abtreiben, auch nicht nach einer Vergewaltigung. Sie dürfen auch nicht die Pille danach nehmen – auch nicht nach einer Vergewaltigung. Kondome sind schlecht, das Zölibat ist die perfekte Lebensform für Priester. Ach ja, Frauen haben im Verkündigungsdienst nichts verloren. Dazu kommen noch die ganzen Sexskandale, der Missbrauch von Kindern und die Vertuschung dieser ganzen schlimmen Geschehnisse.

Die katholische Kirche verhält sich so, als wären große Teile ihrer Eliten im Mittelalter stecken geblieben. Dazu hat Benedikt der XVI. beigetragen, denn er galt schon bei seiner Wahl nicht als Reformer, sondern als Konservativer. „Wir sind Papst“ titelte die Bildzeitung. Aber was für einer?

Es ist zu befürchten, dass die Eliten in der katholischen Kirche weitermachen werden, wie schon in den letzten 2000 Jahren. Nach außen einen gewissen Schein wahren und nach innen alles so lassen, wie es schon immer war.

Damit bliebe die katholische Kirche ein Wirtschaftsunternehnen, das vorwiegend an den Geldern seiner Mitglieder und an Macht interessiert ist, sich aber zumindest intern nicht um Anstand, Moral, Recht und Gesetz oder gar die Menschenrechte schert. Und die Kirchenmitglieder? Schafe, denen man erzählt, was für sie gut ist und was nicht – egal ob es stimmt oder nicht. Dies lässt nur einen pessimistischen Blick in die Zukunft zu: Der neue Papst wird keine Person sein, der die Kirche radikal umformen und neu ausrichten wird. Zu groß wird die Angst der Kardinäle davor sein, Opfer eines solchen Papstes zu werden.

Es bleibt also lediglich zu hoffen, dass die Kirchenmitglieder begreifen, dass die katholische Kirche nicht das ist, was sie zu sein vorgibt. Dass ihre Auslegung der Bibel höchst beliebig ist (wie im Übrigen jede Bibelauslegung) und dass jedes Mitglied der katholischen Kirche das problematische Verhalten der Institution Kirche nicht nur duldet, sondern fördert.

„Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“, würde Kant den Kirchenmitgliedern zurufen. Denn die kirchlichen Eliten sind zum Großteil weit vor der Aufklärung im Mittelalter stecken geblieben.