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Bundesliga-Saison 2012/13 – Experten-Prognosen versus Ergebnis

Die Bundesliga-Saison 2012/13 ist vorbei, die Bayern sind Meister. Nach Abschluss der Saison möchte ich einen Blick auf die Tabelle werfen und diese mit den Prognosen aus den Medien zu Anfang der Saison vergleichen. Eurosport, der Stern und Sport1 haben die Teams eingeschätzt. So haben sich die Tipps der Experten zur wahren Endtabelle verhalten:

Verein Ergebnis Stern Sport1 Spiegel Spox Sportal
Bayern 1 1-2 1 1 1-2 2
Dortmund 2 1-2 1-2 2 1-4 1
Leverkusen 3 3-6 3-6 3-4 5-7 5
Schalke 4 3-5 3 3-4 3 3
Freiburg 5 12-15 10-15 11-13 14-18 13
Frankfurt 6 12-15 8-15 11-13 16 15
HSV 7 15-18 10-13 14-15 8-14 16
Gladbach 8 4-8 3-6 4-6 6-10 9
Hannover 9 5-6 5-10 7 5-8 10
Nürnberg 10 8-14 9-12 16-18 10-14 12
Wolfsburg 11 4-6 3-6 8-9 3-6 4
Stuttgart 12 4-7 5-7 4-6 5-6 7
Mainz 13 10-12 8-12 11-13 8-12 11
Bremen 14 6-9 6-12 10 6-12 8
Augsburg 15 15-18 11-14 14-15 11-13 17
Hoffenheim 16 6-12 4-6 8-9 6-10 6
Düsseldorf 17 16-18 12-15 17-18 14-18 18
Fürth 18 15-18 15-18 16-18 14-18 14
Richtig:Nah:Falsch (9:1:8) (6:5:7) (7:3:8) (6:5:7) (0:10:8)

Bei einigen Anbietern musste ich zwischen den Zeilen lesen, was genau für ein Tabellenplatz oder eine Tabellenregion gemeint war, um hier einen Vergleich in die Tabelle zu bekommen. Interessant ist, dass etwa zwei Drittel der Tipps bei allen zumindest halbwegs akkurat sind.

Weitestgehend richtig getippt wurden die ersten vier und die letzten beiden Tabellenplätze. Gladbach, Hannover, Nürnberg und Mainz wurden ebenfalls meistens richtig eingeschätzt.

Überraschend kam wohl das besonders gute Abschneiden von Freiburg, Frankfurt und dem HSV, die von in allen Prognosen deutlich im zweistelligen Tabellenbereich gesehen wurden. Wolfsburg, Stuttgart, Bremen und Hoffenheim wurden dafür weitaus besser gesehen, als sie tatsächlich abgeschnitten haben.

Einzelne Portale haben bei einigen Clubs Ausreißer. Der Stern hat Hannover im Gegensatz zur Konkurrenz weitaus besser eingeschätzt, bei Sport1 saßen wohl Fans von Hoffenheim. Der Spiegel hat als einziges Magazin Nürnberg als Absteiger gesehen. Ganz merkwürdig ist die Prognose von Sportal, wo Fürth deutlich auf Platz 14 als Nichtabsteiger gesehen wird.

Was zeigt diese Auswertung? Das Mittelfeld der Tabelle ist schwer einschätzbar. Dort kann einfach jeder Verein jeden schlagen. Ob sich daran etwas in der neuen Saison ändern wird? Warten wir die Prognosen ab.

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TV Programmanteile im Vergleich: ARD & ZDF vs. BBC ONE & BBC TWO

Seit der Einführung des neuen Rundfunkbeitrags wird in Blogs und in den klassischen Medien darüber diskutiert, ob die öffentlich-rechtlichen Sender ihr Geld wert sind. Viele Printmedien fahren dabei eine Kampagne gegen den Rundfunkbeitrag, da sie sich durch die öffentlich-rechtliche Konkurrenz bedrängt sehen. Viele Blogger sehen das etwas anders, insbesondere die mit journalistischem Hintergrund. Denn sie wiederum wären direkt von einem niedriegeren Rundfunkbeitrag betroffen, da die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ein (potentieller) Arbeitgeber sind, bei dem eventuell auch Freunde und Familie arbeiten.

Dieser Konflikt macht sich beispielsweise im Bildblog bemerkbar, der sich in letzter Zeit oft mit dem Thema GEZ und Rundfunkgebühren beschäftigt hat. Genauso beschäftigt sich der Blidblog-Gründer Stefan Niggemeier mit dem Thema Rundfunkgebühren – speziell mit der Sicht des Handeslblattes.

Diese Diskussionen werden am Kernthema vorbei geführt. Die eigentliche Frage müsste lauten: Sind ARD und ZDF ihr Geld eigentlich wert? Was die beiden Hauptsender für ihr Programm ausgeben, ist mir momentan nicht so ganz klar. Das ZDF gibt wohl nur für sein Hauptprogramm ca. 1 Milliarde Euro im Jahr aus, wenn ich den letzten KEF-Bericht richtig interpretiere. Die ARD gibt wohl mehr als 6 Milliarden Euro im Jahr aus – allerdings beinhaltet dieser Betrag alle Rundfunkanstalten. Ich habe bislang keine Quelle gefunden, die auflistet, was „Das Erste“ kostet.

Als Halbbrite möchte ich vergleichen, was ARD (nur „Das Erste“) und ZDF im Vergleich zu den beiden BBC-Hauptprogrammen BBC One und BBC Two senden. Wo sind die Schwerpunkte und was macht wer eigentlich besser? Bei der Finanzierung sind die BBC-Kanäle auf jeden Fall transparenter. BBC One hat ein jährliches Budget von umgerechnet etwa 1,35 Milliarden Euro, BBC Two verfügt über etwas über 500 Millionen Euro im Jahr.

Um eine grobe Auswertung der Programmschwerpunkte zu erhalten, habe ich grobe Kategorien erstellt, die allerdings nicht immer ganz trennscharf sind:

  • Dokus: Dokumentationsfilme über ein bestimmtes Thema, z.B. Natur-, Technik- oder Geschichtsdokus
  • Kultur: Kunst, Buchbesprechungen, Kultur und Musiksendungen
  • Comedy/Kabarett: Comedysendungen (z.B. Heute Show), aber auch Sitcoms und Comedians
  • Soaps: Marienhof, Lindenstraße, etc.
  • Serien und Fernsehfilme: Vom Großstadtrevier zum Tatort
  • Reality Show: Kochshows, Antik-Shows, Schuldenberater, etc.
  • Unterhaltung/Show: Quizz-Shows, Volksmusikshows, Wissensshows, etc.
  • Sport: Live-Events und Sportshows
  • Talk: Talkshows
  • Magazin: Politmagazine und andere
  • Nachrichten/Info: Nachrichtensendung, Börse, Wetter

Als Auswertungszeitraum habe ich die aktuelle Woche gewählt. Ich habe nur Abendprogramme, also die Hauptsendezeit von 18-24 Uhr, einbezogen. Sendungen die kurz vor Mitternacht beginnen, sind nicht eingerechnet. Hier mein Ergebnis:

Programmanteile bei ARD, ZDF, BBC One und BBC Two

Programmanteile bei ARD, ZDF, BBC One und BBC Two

Was bei den einzelnen Kategorien auffällt:

  • Dokus: BBC Two sendet hier sehr viele Dokus. Insgesamt ist der Doku-Anteil bei den BBC-Programmen fast fünfmal höher als bei ARD und ZDF zusammen.
  • Kultur: Wieder eine Stärke von BBC Two. Die anderen Programme senden in der Woche nur eine Sendung.
  • Comedy/Kabarett: Nichts bei der ARD, dafür etwas beim ZDF. In England deutlich mehr.
  • Soaps: Nur die ARD und BBC One senden Soaps und das in der Abend-Zeit auch nur wenig.
  • Serie/Fernsehfilm: An dieser Kategorie erklärt sich vielleicht, warum ARD und ZDF im Gegensatz zu den britischen Programmen so teuer sind. Bis auf einen Film, den das ZDF eingekauft hat, sind alle anderen Programmminuten in diesem Bereich Eigenproduktionen oder Auftragsproduktionen. Insgesamt senden ARD und ZDF fast 27 Stunden Serien und Fernsehfilme – im Vergleich übertragen die beiden BBCs in dieser Kategorie nur acht Stunden.
  • Reality Show: Billig produziert und in Deutschland im Privatfernsehen beliebt. Bei ARD und ZDF zum Glück nicht. Bei BBC Two finden sich viele solcher Sendungen, die sich mit Antiquitäten, kochen oder Schuldenberatung befassen.
  • Unterhaltung/Show: Alle Programme liegen mit ihren Quizzshows und anderen Unterhaltungsformaten bei rund vier bis fünf Stunden – außer der ARD bei der es doppelt so viel ist.
  • Sport: Der nächste große Schwerpunkt bei ARD und ZDF – vor allem durch den Wintersport beeinflusst, der aktuell oft live gesendet wird. Das ZDF sendet momentan besonders viel Sport, knapp 10 Stunden. Über 14 Stunden Sport senden ARD und ZDF zusammengenommen – die beiden BBCs kommen gerade einmal auf 75 Minuten.
  • Talk: Bei den Talksendungen liegen deutsche und englische Programme nicht weit auseinander.
  • Magazin: In dieser Kategorie führt die BBC. Jedes Programm sendet pro Woche rund sechs Stunden Magazine. Das ist pro Programm 50% mehr als ARD und ZDF zusammen.
  • Nachrichten/Info: ARD und ZDF senden ungefähr gleichviel Nachrichten und Infos – zwischen sechs und sieben Stunden die Woche. Hier sind die Doppelstrukturen Tagesschau/Tagesthemen und Heute/Heute Journal gut erkennbar. Bei der BBC gibt es nur bei BBC One News – dafür dann aber gleich mehr als neun Stunden.

Was ist also das Fazit? „Das Erste“ und das ZDF bestreiten ihr Programm vorwiegend mit Serien und Fernsehfilmen sowie Sport. Diese beiden Kategorien nehmen rund die Hälfte der abendlichen Sendezeit ein. Bei den BBC-Programmen ist auffällig, dass sie vielfältiger sind und einem Bildungsauftrag folgen. Viele Dokus, überdurchschnittlich viel Kultur, viele Magazine und ein Nachrichtenschwerpunkt bei BBC One kennzeichnen das Programm. Die Vielfalt macht die BBC-Sender attraktiv – vor allem da nicht nur seichte Kost geboten wird, sondern viele Themen behandelt werden. Bei „Das Erste“ und dem ZDF entsteht bei mir nach Analyse des Abendprogramms der Eindruck, dass das Programm nur seichte Unterhaltung bieten soll. Kultur, Informationen und Dokus finden kaum statt oder wurden komplett in andere Kanäle ausgelagert und dürfen dort ihr Nischendasein fristen.

Mit weniger Geld liefern BBC One und BBC Two also ein vielfältigeres Programm als ARD und ZDF. Als Gebührenzahler finde ich das traurig und in letzter Konsequenz auch verantwortungslos. Ein Grund mehr für meine Position, die Anzahl der öffentlich-rechtlichen Programme massiv zu reduzieren. Qualität kommt nicht von Quantität.