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Was taugt das neue Aldi Notebook? (Medion Akoya P6640, April 2013)

Ab morgen gibt es bei Aldi wieder einmal ein Notebook, das Medion Akoya P6640 (MD 99220). Kostenpunkt: 459 Euro. Das Gerät ist auf jeden Fall sein Geld wert, allerdings nur, wenn man wirklich alle Features benötigt.

Insgesamt hat das Gerät eine gute Mittelklasse-Ausstattung. Ein Intel Core i3-3120M Prozessor sorgt für ausreichende Geschwindigkeit, dazu gibt es eine relativ leistungsfähige Grafikkarte (Nvidia Geforce 740M 1GB) und einen mit 8GB sehr groß bemessenen Arbeitsspeicher. Das Gerät hat aber auch Problemzonen. Die „riesige“ Festplatte mit 1TB kann zwar viele Daten speichern, ist aber langsam. Für mehr Geschwindigkeit wäre eine SSD deutlich besser gewesen. Außerdem ist da das Display. 15,6 Zoll sind ganz schön groß, die Auflösung von 1366×768 Pixeln ist einfach zu niedrig. Man sollte bedenken, dass Smartphones wie etwa das Samsung Galaxy S4 über eine Displayauflösung von 1980×1020 Pixeln verfügen – auf 5 Zoll wohlgemerkt. Auch das Gewicht (2,8kg) und die Akkulaufzeit sind eher unattraktiv. Ansonsten bietet das Gerät noch einige Extras wie Bluetooth, Intel Wireless Display, einen austauschbaren DVD-Brenner und eine Windows 8 Lizenz.

Die Zielgruppe des Akoya P6640 sind Nutzer, die das Gerät bei sich Zuhause stehen haben und selten unterwegs benutzen. Die Grafikkarte dürfte sicher für eine jüngere Zielgruppe sprechen, der Rest der Ausstattung eher für die Standard Office-Verwendung. Grußkarten, Word, Excel, Powerpoint und Internet können neben einigen 3D-Spielen genutzt werden. Wer keine 3D-Spiele spielt, sollte von einem Kauf absehen, denn hier gibt es deutlich günstigere Geräte, die von der Leistung her locker ausreichend sein sollten.

Was sind die Alternativen? Wer sein Notebook nur als bessere Schreibmaschine und für einfache Office-Anwendungen verwenden möchte, der kann mit dem HP Compaq CQ58-346SG immerhin 100 Euro sparen. Es gibt dann einen langsameren Pentium-Prozessor, nur 4 GB Arbeitsspeicher und keine tolle Grafikkarte. Aber für 359 Euro ist das Compaq-Angebot völlig ausreichend.

Preislich auf gleichem Nieveau bewegt sich das Lenovo IdeaPad S400, das als 14 Zoll Notebook nur 1,8kg wiegt und so deutlich kompakter und transportabler ist. Es ist langsamer als das Medion, hat weniger Speicher und kein DVD-Laufwerk. Dafür ist es aber wie gesagt 1kg leichter. Das macht sich schon bemerkbar. Für 359 Euro halte ich das Gerät für ein Schnäppchen.

Fazit: Wer nur hin und wieder einmal mit seinem Notebook arbeitet und keine hohen Ansprüche hat, für den ist das Aldi-Angebot oder eine der beiden Alternativen sicher eine gute Wahl. Wer ein leichtes, mobiles und gut ausgestattetes Gerät haben möchte, bei dem auch noch der Akku lange hält, der muss deutlich mehr ausgeben.

Tipps für den Notebook-Kauf

Der Notebook-Kauf ist komplizierter als viele denken. Große Elektromärkte werben meistens mit Beschreibungen wie schnell, super, viel, groß und natürlich günstig. Am meisten Geld lässt sich beim Kauf sparen, wenn man vorher überlegt, was man eigentlich benötigt.

Größe und Gewicht

Wer sein Notebook mit sich herumtragen möchte, sollte auf eine kompakte Größe und ein niedriges Gewicht achten. Mobile Geräte haben in der Regel eine Bildschirmdiagonale von 12-14 Zoll und wiegen unter 2 kg. Die ganz kompakten Geräte wie Ultrabooks wiegen oft sogar unter 1,5 kg. Wer sein Notebook dagegen nur für Zuhause benötigt, kann zu 15 oder 17-Zoll-Geräten greifen, die zwar deutlich schwerer sind, dafür aber auch einen größeren Bildschirm mitbringen.

CD oder DVD-Laufwerk

Die CD und DVD sterben immer mehr aus, auch die Blu-ray Disc ist in Computern nur wenig verbreitet. Standard-Notebooks verfügen in den allermeisten Fällen über einen DVD-Brenner, in kleinen und leichten Notebooks fehlt meistens ein DVD-Laufwerk komplett, um den Platz und das Gewicht einzusparen. Wer nur hin und wieder mal ein DVD-Laufwerk benötigt, kann sich für um 40 Euro eins mit USB-Anschluss kaufen.

Prozessor und Grafikkarte

Wer nur mit Word, Excel und Powerpoint arbeitet, im Internet surft, dort einige Videos ansieht und Fotos von seiner Digitalkamera auf das Notebook laden möchte, kommt in der Regel mit einem Einstiegsprozessor und ohne besondere Grafikkarte aus. Empfehlenswerte Prozessoren sind hier (von langsam nach schnell): AMD A8, Intel Pentium, AMD A10, Intel Core i3, i5 und i7. Bei den Intel Prozessoren ist darauf zu achten, dass die Core i3-XXX mit drei Nummern dahinter nicht mehr aktuell sind, die Core i3-2XXX sind schon das alte Modell und aktuell sind die Core i3-3XXX. Selbiges gilt für den Core i5 und i7. Für Gamer gilt: Lieber einen Desktop als ein Notebook mit Spiele-Grafikkarte. Das Gerät wird heiß und die Grafikkarte hat kaum die Leistung eines Desktop-Pendants. Außerdem schluckt sie ordentlich Strom. Prozessoren, von denen man die Finger lassen sollte sind der Atom von Intel und die AMD C, E-, A4 und A6-Serie.

Arbeitsspeicher und Festplatte

4 GB Ram (Arbeitsspeicher) sollten es mindestens sein, mehr ist immer besser. Was den Festplattenspeicher angeht, so ist bei den Herstellern meistens die Devise, dass mehr besser ist. Stimmt aber nicht. Festplatten bieten zwar viel Speicherplatz, sind aber sehr langsam, was sich auf das ganze System auswirkt. Ich bin ein Fan von SSDs, die zwar im Verhältnis zum Speicherplatz mehr kosten, dabei aber auch schneller sind. Der Systemstart lässt sich mit einer vernünftigen SSD von etwa 60-90 Sekunden auf unter 30 Sekunden drücken. In der Regel kann man eine SSD nachrüsten, 120 GB kosten momentan etwa 85 Euro, 250 GB etwa 150 Euro.

Akku

Wer mit seinem Notebook mobil bleiben möchte, benötigt einen guten Akku und eine ausgewogene Komponentenzusammenstellung. Den Herstellerangaben kann man hier kaum vertrauen. Viele günstige Notebooks haben Laufzeiten von gerade einmal zwei Stunden (dann sagt der Hersteller vier Stunden), es sollten für unterwegs schon vier Stunden sein, gerade wenn der Akku wie bei vielen Ultrabooks nicht tauschbar ist.

Display

Das Display ist eins der wichtigsten Bauteile des Notebooks, schlicht und einfach weil man immer draufguckt. Leider ist das Display das Bauteil, an dem in der Regel am meisten gespart wird. Zuerst einmal an der Auflösung. In den meisten Fällen werden selbst bei relativ teuren Geräten nur HD-Displays mit einer Auflösung von 1366×768 Pixeln verbaut. Besser wäre natürlich Full-HD (1920×1080 Pixel) oder mehr. Das ist dann so viel, wie die meisten aktuellen Fernseher haben. Warum so viele Pixel? Am Notebook-Display sitzt man deutlich dichter als an einem Fernseher, wenn man zu wenig Pixel hat, dann kann man mit bloßem Auge das Pixelraster erkennen. Das macht das Bild unscharf und grob. Inzwischen werden selbst in Smartphones und Tablets Full-HD-Displays eingebaut, Apple hat hier mit seinen „Retina“-Displays den Weg geebnet. Bei Standard-Notebooks ist das aber noch nicht angekommen.

Wichtig ist auch die Entspiegelung. Wer einmal in einem Elektronikmarkt vor einer Reihe von Notebooks gestanden hat, wird festgestellt haben, dass die meisten Displays spiegeln. Dies geschieht, damit billige Displays brillanter aussehen, denn entspiegelte Displays wirken oft weniger gut. Für den Einsatz unter freiem Himmel oder bei viel Gegenlicht ist das schlecht, denn man sieht vor allem sein eigenes Spiegelbild. Für den mobilen Einsatz muss (!) ein Display matt, also entspiegelt, sein.

Noch ein Punkt, die Helligkeit. Viele Hersteller verpassen ihren Notebooks nur eine Displayhelligkeit von 200-250 Candela. Das ist für den mobilen Einsatz nicht ausreichend. Dort sollten es mehr als 350 Candela sein.

Fazit: Die Suche nach einem Notebook ist schwierig, ich hoffe aber, dass meine Tipps etwas helfen. In den nächsten Tagen werde ich einige konkrete Tipps für vernünftige Geräte in unterschiedlichen Preisklassen posten.