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Matz ab & Abendblatt – Crowdfunding oder wie man es nicht macht

Seit das Hamburger Abendblatt von Springer an Funke verkauft wurde, sucht man wohl Geld. Die offensichtlichsten Fehler wie die Online-Paywall beim Abendblatt hat man beibehalten. Es gibt da noch ein kleines Nebenprojekt, für das offenbar kein Geld da ist, aber dringend benötigt wird: Den HSV-Blog, auch Matz ab genannt – nach Dieter Matz, dem federführenden Sportredakteur.

Matz ab – Geld dringend benötigt?

Für Matz ab braucht man nun dringend Geld. Nicht nur etwas, sondern viel Geld. Satte 100.000 Euro für ein Jahr. Sagt man zumindest. Erklärt wird das auch in diesem Video:

Aus dem Blog sei „ein kleines Unternehmen“ geworden, mit gut 20 Millionen Visits im Jahr oder über 200.000 im Monat, so Lars Haider. Diese Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, denn rechnerisch kommt das nicht so ganz hin. Egal – man habe, so Haider weiter, versucht, in der Wirtschaft Unterstützung zu gewinnen, das hat wohl nicht (so gut) geklappt. Benötigt werde diese hohe Summe, weil man auch aufwändige Videos produziere. Doch dazu später mehr.

Was passiert, wenn die Summe nicht zusammenkommt, wird nicht beantwortet, Haider druckst hier herum und meint, die 100.000 Euro würden natürlich zusammenkommen. Außerdem wolle man plötzlich nun doch unabhängig von Sponsoren sein, das wäre zu unsicher.

Bislang (18.09.2015) stehen die Einnahmen durch das Crowdfunding bei knapp 28.000€, wobei auch diese Zahl mit Vorsicht zu genießen ist. Im Video wird darauf verwiesen, dass der Abendblatt-Chefredaktuer Haider selbst spendet und man außerdem viele (reiche) Promis ansprechen möchte. Als die Kampagne am 13. August begann, waren (nach meinen Erinnerungen) schon rund 12.000€ im Topf, bis zum 11. September waren es dann knapp 18.000 Euro, diese Woche sind es plötzlich ziemlich genau 10.000€ mehr geworden. Ob diese Zahlen stimmen? Ich habe meine Zweifel.

Was läuft falsch bei Matz ab?

Es ist erstaunlich, dass die professionellen Leute beim Abendblatt es offenbar nicht hinbekommen, eine (nach eigenen Angaben) sehr hoch frequentierte Website nicht zu finanzieren oder zu vermarkten. Wer sich bei Matz ab mal umschaut, wird nur oben und rechts einen Werbebanner (im Bild hellblau) sehen, sowie einen Verweis auf ein Uwe-Seeler-Buch im Abendblatt-Shop weiter unten rechts. Das war es an Werbung.

matz-ab-werbungMan hat es – wie oben schon beschrieben – auch mit der Gewinnung von Sponsoren versucht, allerdings ohne Erfolg. Anders formuliert: Jeder Laien-Blogger vermarktet seine Seite besser.

Was müsste man also tun, um Matz ab vernünftig zu vermarkten?

Das Crowdfunding ist nicht ohne Alternativen, eine Paywall würde auch nicht funktionieren. Mit gut 20 Millionen Visits im Jahr und einer klar definierten Zielgruppe wäre der Matz ab Blog eigentlich sehr gut zu vermarkten. Ich würde folgende Punkte in Angriff nehmen.

1.) Einheitliches Branding, einheitliches Produkt

Wie genau heißt eigentlich Matz ab? Matz ab, HSV-Blog vom Abendblatt oder irgendwie anders? Schon allein die Adresse hsv-blog.abendblatt.de/ ist nicht glücklich, selbst im Titel ist man sich nicht wirklich sicher. Es gibt oben zwei Bezeichnungen: „Der HSV-Blog“ und „Matz ab“, weiter rechts heißt es „‚Matz ab‘, der HSV-Blog, wird Ihnen präsentiert vom Hamburger Abendblatt“.

matz-ab-nameEin einheitliches Branding und eine einheitliche Domain wären auch hilfreich. Gleiches gilt für Youtube, wo die Videos einfach im Abendblatt-Kanal abgelegt werden. Nicht gut, abonnieren wird so niemand den Youtube-Kanal (oder doch, es sind knapp unter 2.400 Abonnenten).

Ein Logo, die Loslösung vom Abendblatt, ein eigener Youtube-Kanal und eine eindeutige Bezeichnung wären sinnvoll. Das wäre gut investiertes Geld.

2.) Content besser vermarkten

Ich muss wieder einmal auf die 20 Millionen Visits verweisen, die wohl in mindestens 50 Millionen Pageviews resultieren sollten, wenn man das konservativ rechnet. Nimmt man an, dass sich etwa mit einigen Google Adwors Anzeigen rund 3,5 pro 1000 Views realisieren lassen, so kommt man nur so auf rund 70.000 Euro im Jahr. Aber das ist erst die halbe Miete.

Durch eine geschickte Vermarktung von HSV-Produkten kann man deutlich mehr Geld erwirtschaften. Tickets, Fanartikel, Fanreisen – der HSV ist ein bekanntes Produkt. Insbesondere bei Fans ist es doch sehr wahrscheinlich, dass diese hin und wieder einmal zugreifen werden.

Viele professionelle (vorwiegend ausländische) Blogs legen sogar spezielle gesponserte (und meistens auch gekennzeichnete) Artikel an, wenn es eine gute Vermarktungsmöglichkeit gibt. So könnte Matz ab z.B. über den Start der Ticketverkäufe berichten und gleichzeitig die Tickets direkt über Affiliate-Partner vermarkten. Oder es kommt ein neuer Spieler – warum nicht gleich das neue Trikot bewerben.

Die Möglichkeiten sind riesig – die Einnahmen müssten im Jahr mindestens im Bereich von 150-200.000€ liegen, wenn man es vernünftig angeht. Tut man aber bislang nicht.

3. Kosten/Nutzenanalyse durchführen

20 Millionen Besucher im Jahr sind eine Hausnummer für den Blog. Allerdings scheinen nur deutlich weniger Menschen die teuer produzierten Videos zu schauen. Neben den Videos von Pressekonferenzen, die ca. 2000 bis 5000 Views auf Youtube haben, gibt es noch die Matz ab Talk-Runde jeweils nach den Spielen, wo Dieter Matz mit Marcus Scholz mit Gästen diskutieren. Diese Runden sind live über Abendblatt.de zu sehen und auch auf Youtube verfügbar. Im Matz ab Blog werden die Videos in den Artikeln zum Spiel versteckt. Welche Anzahl von Liveviewern diese Sendung hat, ist nicht klar, bei Youtube bekommen die Diskussionsrunden rund 15.000 Views.

Nehmen wir also an, dass inklusive der Live-Viewer rund 30.000 Personen ein Matz ab Video schauen, so macht das ca. 100€ Einnahmen durch Werbung, wenn man davon ausgeht, dass es pro 1000 Views rund 3,50€ gibt. Dieses Projekt ist also nett, aber offensichtlich viel zu teuer.

Fazit

Realistisch betrachtet wird das Crowdfunding niemals 100.000€ zusammenbringen, vor allem nicht jährlich. Zudem ist es äußerst unglaubwürdig und fast schon peinlich, dass ein sehr großer deutscher Verlag das nicht hinbekommt. Eine Vermarktung wäre deutlich sinnvoller und würde viel mehr Geld bringen. Warum man das aber nicht macht, ist kaum zu verstehen.

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Zeitungssterben: Mit relevantem Content und relevanter Werbung im Internet Geld verdienen

Früher, als ich noch zur Schule ging, gab es bei meinen Eltern immer das Hamburger Abendblatt. Aus dieser lokalen Tageszeitung und dem Radio bezogen wir unsere Informationen. Erst sehr spät kaum auch ein Fernseher dazu. Radio und Fernsehen lieferten die aktuellen Informationen, die Zeitung alles am nächsten Tag noch einmal schön aufbereitet in aller Tiefe. So wie bei uns sah es in den 1990ern und davor in vielen Haushalten in Deutschland und der Welt aus. Wobei wir nur eine Zeitung im Abo hatten – andere, die etwas auf sich hielten, hatten zusätzlich auch die Welt, FAZ oder SZ. Und dann vielleicht auch noch eine Wochenzeitung oder ein Magazin, wie etwa die Zeit oder den Spiegel.

Ich muss gestehen, dass es sehr lange her ist, seit ich zuletzt eine Tageszeitung in den Händen gehalten habe. Es könnten acht oder zehn Jahre sein. Denn mein Medienkonsum hat sich massiv verändert. Las ich früher das Abendblatt, so lese ich heute Spiegel Online, Welt Online, Bild Online, Mopo Online, SZ Online und FAZ Online. Außerdem habe ich gerade ein (kostenloses) Abo des Abendblatt E-Papers. Doch damit nicht genug, ich lese auch Fachseiten wie Heise Online, Golem Online, Engadget und natürlich meinen Nachrichtensream bei Facebook.

Papier ist geduldig, der Leser ist es nicht

Eine Zeitung brauche ich nicht mehr. Warum sollte man sich auch veraltete Nachrichten nach Hause liefern lassen, wenn man frische News auch im Internet bekommen kann? Und das auch noch in gleicher Qualität? Zudem stört mich die ganze Papierverschwendung massiv. Wenn ich bedenke, welche Mengen Altpapier alleine durch das Abendblatt angefallen sind, dann halte ich das für ökologisch äußerst bedenklich.

Wer heute Bahn oder Bus fährt, wird feststellen, dass dort kaum noch Zeitung gelesen wird. Zu unpraktisch sind die großen Formate, hin und wieder sieht man die Mopo oder Welt Kompakt. Stattdessen werden Smartphones, Tablets und Kindles genutzt. Denn dort sind die aktuellen Informationen.

Wenn ich Zeitungsinhaber wäre…

Die Zeitungen sterben also langsam aus, wie Thomas Knüwer richtig feststellt. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. In den Verlagen muss es ein radikales Umdenken geben, denn guter Journalismus kann und muss unabhängig von einer Zeitung existieren. Wäre ich Zeitungsinhaber, würde ich mir zwei Fragen stellen: 1.) Was wollen die Leute von mir lesen und 2.) Wie mache ich damit Geld?

Was wollen die Leute lesen?

Zeitungen bestehen in der Regel aus vielen Teilen. Meist sind es etwa deutsche Politik, internationale Politik, Lokales, Kultur, Sport und Wirtschaft. Als Verlag würde ich mir doch als allererstes die Frage stellen, was meine Leser davon wirklich lesen möchten und was sie besser bei anderen finden. Kurz: Was sind die Stärken meines Mediums, was habe ich, was niemand sonst hat?

Bei Lokalzeitungen ist das natürlich der Lokalteil. Was in Hamburg passiert, interessiert in der Regel nur Hamburger. Was in München passiert, Münchener. Und was in Osnabrück oder Dresden passiert halt nur die Menschen dort. Genau diese Informationen erwarten sie dann auch von einem lokalen Medium, welches durchaus auch ein reines Online-Medium sein kann. Im Prinzip müssten also lokale Medien ihr Angebot massiv zusammenstreichen. Keine Bundespolitik mehr, keine internationale Politik, keine Wirtschaft, keine Kultur – zumindest nichts davon mehr ohne direkten lokalen Bezug.

Dafür mehr lokale Politik, lokale Veranstaltungsberichte und natürlich mehr lokaler Sport. Wer mehr und bessere lokale Infos als andere bietet, der wird gelesen werden. Alle anderen Themen können auf diese Themen spezialisierte Medien viel besser abdecken.

Genauso müssen sich die SZ oder die FAZ fragen, ob die dortigen Lokalteile überhaupt Sinn machen. Beide verstehen sich als bundesweite Medien – wen interessiert da, was der Bürgermeister in München oder Eintracht Frankfurt machen?

Guter Content ist heute vielleicht wichtiger als jemals zuvor, denn die Konkurrenz im Internet ist sehr groß. An einer Spezialisierung der Medien führt kein Weg vorbei. Fokussieren sie ihre Berichterstattung nicht, verschwenden sie Geld in Artikel, die niemand bei ihnen lesen möchte. Dieses Geld wäre in anderen Bereichen besser angelegt. Dass thematisch fokussierte Berichterstattung gut funktionieren kann, zeigen die vielen Technologie-Webseiten im Internet. Engadget und andere haben viele Leser gewonnen. Dieser Trend wird sich fortsetzen.

Mit Content Geld verdienen

In Hamburg wurde gerade eine Zeitung eingestellt, die sich „Harburger Anzeigen und Nachrichten“ nannte. Schon der Name zeigt, welches Einnahmekonzept verfolgt wurde. Anzeigen, um Geld zu verdienen und Nachrichten, um diese an den Mann oder die Frau zu bringen. Insbesondere Kleinanzeigen waren früher wichtig – seit eBay findet man sie kaum noch in Zeitungen.

Doch auch die klassische Werbung wird immer mehr durch Online-Werbung ergänzt und ersetzt. Im Internet ist zielgruppengerichtete Werbung sehr gut möglich, mit kleineren Werbebudgets sind also größere Erfolge möglich. Die klassische Werbung mit Anzeigen hingegen streut möglichst weit, um wenigstens einige Interessenten ansprechen zu können.

Die meisten Online-Angebote von Zeitungen binden sehr viel Werbung ein. Allerdings oft mit geringem Erfolg. Denn die Bereitschaft der Leserschaft, diese Werbung überall aufdringlich präsentiert zu bekommen, sinkt. Dabei wäre eine solche Werbung überhaupt nicht nötig.

Die Zukunft gehört ganz eindeutig der kontextbasierten Werbung. Wenn ich ein Buch bespreche, warum sollte ich dann nicht möglichst nah am Content Werbung einbinden, die einen sofortigen Kauf des Produkts ermöglicht? Klingt einfach, machen aber viele nicht. Wenn ich einen Vergleichstest von Kameras mache, dann biete ich auch Links zu Online-Shops, bei denen sie erhältlich sind. So machen viele Technologieseiten Geld.

Dies kann auch mit lokalem Content funktionieren. Eine Krankenkasse ist in die Pleite gerutscht? Dann bietet man Links zu anderen Kassen oder zu einem Kassenvergleich. Ein neues Museum eröffnet? Dann biete ich Links zu einem Ticketdienst. Irgendwas mit Steuern ist? Steuerberater sind natürlich auch gute Werbekunden.

Für individuelle Themen braucht es individuelle Werbung. Diese kann teilweise automatisch generiert werden, teilweise müsste es Werbe-Redakteure geben, die gezielte Werbung zu einzelnen Artikeln auswählen. Eine solche Strategie könne viel mehr Geld bringen als die aktuelle aufdringliche Werbung, die man überall zu sehen bekommt.

Journalistische Unabhängigkeit

Natürlich werden jetzt die Vertreter der Reinen journalistischen Lehre kommen und zu bedenken geben, dass nur ein unabhängiger Journalismus ein guter Journalismus sein kann. Dieser sollte nicht durch Werbeinteressen beeinflusst werden. Dem stimme ich durchaus zu.

Ich gebe aber zu bedenken, dass Journalismus letztlich nur ein Vehikel ist, um Werbeeinnahmen zu erzielen. Zeitungen und andere Medien gibt es nicht für gute Artikel, sondern in der Regel um Geld zu machen. Auch die Journalisten müssen Geld verdienen – sie schreiben also aus eigenem Interesse möglichst gut, damit sie ihren Job behalten und ihr Arbeitgeber nicht in die Pleite rutscht.

Eine ganz ehrliche Betrachtung zeigt schon heute, dass viele Artikel direkt oder indirekt gesponsert werden. Hier einige Freikarten, dort eine kleine Reise, dann vielleicht eine Einladung zu einem Event oder was auch immer. Richtig unabhängig sind Journalisten in den meisten Fällen nicht.

Wenn man das Verfassen der Artikel von der Einbindung der Werbung trennt, bleibt die Journalistische Unabhängigkeit gewahrt. Gleichzeitig ist thematisch relevante Werbung möglich, die mehr Einnahmen bringt, als beliebige große Werbebanner. Das müssen die Online-Angebote vieler Zeitungen noch lernen.

Fazit

Content führt auch im Internet zu Werbeeinnahmen. Die Voraussetzung dafür ist einerseits relevanter Content und andererseits relevante Werbung. Wer dies umsetzt, wird sich auch im Internet finanzieren können. Wer den Zugang zu seinem Medium allerdings durch eine Paywall beschränkt, wird mehr Werbeeinnahmen verlieren, als er durch Zahlkunden einnimmt. Aber das ist ein anderes Thema.

Bildnachweis: nickboos via Flickr

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Parteien auf Facebook versagen oft beim Datenschutz

Facebook gehört inzwischen bei vielen Menschen zum täglichen Leben dazu. Ob auf dem Smartphone, Tablet oder ganz klassisch auf dem PC – Facebook ist ein wertvoller und viel genutzter Kommunikationskanal. Da möchten natürlich auch Parteien dabei sein, die sonst oft Probleme haben, die Bürger zu erreichen. Viele Parteien nutzen Facebook aber in einer bedenklichen Form, die den Datenschutz nicht gewährleistet.

Datenschutz bei Facebook wichtig

Datenschützer kritisieren Facebook immer wieder wegen des teilweise mangelnden Datenschutzes. Dies passiert oftmals völlig zu Recht. Allerdings ist nicht nur Facebook für den Datenschutz zuständig, sondern auch die Anbieter von Facebook-Angeboten.

Wer auf Facebook möglichst viele Menschen erreichen möchte, meldet sich dort an. Dies tun natürlich auch viele Parteien und Parteigliederungen. Viele Facebook-Präsenzen werden allerdings offensichtlich von Amateuren angelegt, die die Möglichkeiten vom Facebook nur aus dem privaten Bereich kennen. Den Datenschutz bedenken sie oft nicht – was in Zeiten von Prism besonders schlimm ist.

Das Profil (Chronik) ist ungeeignet für Parteien

Facebook bietet drei verschiedene Arten einer Präsenz an. Das Profil, eine Seite oder eine Gruppe. Das Profil ist die Kernfunktion bei Facebook, das sich jeder neue Nutzer erstellt. Dort finden sich Freundeslisten, die Chronik und alle weiteren Funktionen. Allerdings ist das Profil für Organisationen nicht geeignet, denn es bietet nur einen unzureichenden Datenschutz für die Nutzer. Wer als Organisation das Profil als Präsenz verwendet, kann auf viele Daten seiner „Freunde“ zugreifen, etwa auf persönliche Statusmeldungen, den Familienstand und viele weitere Angaben, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein sollen. Das geht natürlich überhaupt nicht. Zudem sagen die Facebook-Richtlinien (Punkt 4), dass man nur eine einzige persönliche Profilseite anlegen darf.

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Freundschaftsanfrage des Facebook-Profils der SPD Fraktion Eimsbüttel

Wer als Partei oder Parteigliederung eine Facebook Profilseite anlegt und dann viele Freundschaftsanfragen verschickt, handelt nicht im Sinne der Nutzer. Zudem liegt hier ein Verstoß gegen die Facebook Richtlinien vor. Nutzer sollten in keinem Fall eine Freundschaft mit einer Nicht-Person bei Facebook bestätigen – wer weiß da schon, wer was mit den Daten macht?

Viele Parteien bei Facebook erheblichen Nachholbedarf. Wer einfach einmal die Facebook-Suche bemüht und dort einen beliebigen Parteinamen eintippt und dann nur Personen als Suchergebnisse anzeigen lässt, erhält lange Listen wie diese hier (von der FDP, damit mir keiner vorwirft, parteiisch zu sein):

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FDP Facebook Profile

Doch es betrifft nicht nur die FDP, sondern auch andere Parteien, die sich dem Datenschutz verschrieben haben:

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Facebook Profile der Piratenpartei

Etwas grenzwertiger wird es bei Politikern, die teilweise persönliche Profile betreiben, teilweise aber auch (zusätzlich) auf Seiten ausweichen. Dies ist langfristig eine sinnvolle Strategie, denn Facebook Profile sind auf maximal 5000 Freunde beschränkt. Zudem stellt sich die Frage, ob Politiker nicht zwischen persönlichen Kontakten und Marketing unterscheiden sollten. Dass die Tochter Geburtstag feiert, geht vielleicht persönliche Bekannte an, nicht aber alle „Follower“.

Facebook Seiten und Gruppen

Organisationen sollten in den meisten Fällen auf Seiten („Fanseiten“) ausweichen. Das gilt auch für Parteien. Facebook selbst wirbt für die Vorteile von Seiten, die neben einer unbegrenzten Anzahl von Fans (nicht Freunden) auch eine größere öffentliche Wirkung bringen. Zudem kann von Seiten aus nicht auf die privaten Profile der Fans zugegriffen werden. Die Nutzer können aber dennoch Beiträge von Seiten in ihrer Chronik sehen, kommentieren und natürlich auch liken.

Eine Facebook Seite bringt also für die Nutzer ein großes Plus an Datenschutz – schon alleine deshalb sollten Parteien und auch Politiker Seiten nutzen. Wer schon ein Profil angelegt hat, kann dies problemlos in eine Seite umwandeln – die Freunde werden dann zu Fans und Beiträge bleiben in der Regel erhalten.

Abgeordnete und andere Politiker haben auch die Möglichkeit, ein persönliches Profil zu nutzen und dort Abonnenten (Follower) zuzulassen. Diese sind dann nicht mit ihnen befreundet, können aber alle öffentlichen Beiträge sehen – auch in ihrem Nachrichtenfeed. Diese Variante ist aber trotzdem nicht ganz sauber, denn hier muss man sehr darauf achten, private von öffentlichen Beiträgen zu trennen und dies auch in den Einstellungen bei jedem Beitrag zu kontrollieren.

Gruppen schließlich ermöglichen private Diskussionen. Sie eignen sich für interne Debatten. Gruppen sind geschlossene oder offene Gemeinschaften, in die neue Mitglieder explizit aufgenommen werden müssen. Dies kann einer der Gruppenadministratoren tun. Für den Datenschutz gilt, was auch für Seiten gilt: Die Administratoren der Gruppe haben keinen Zugriff auf private Profilinformationen der Gruppenmitglieder.

Fazit

Auch wenn sich viele Parteien aktuell als absolute Datenschützer darstellen, sind sie es bei Facebook nicht. Hier bräuchte es vielleicht einmal ein Machtwort aus den Zentralen und die Aufforderung, alle Partei-Profile in Seiten umzuwandeln. Bis dahin ist es aber wohl noch ein weiter Weg, wenn man sich die Anzahl der Partei-Profile auf Facebook ansieht.

Eine Frage stelle ich mir noch: Sollte ich alle Partei-Profile einfach als missbräuchliche Nutzung an Facebook melden, wenn sie mir unterkommen? Wäre das nicht vielleicht auch besser für die Parteien?

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Google Sandbox Effekt in Realität

Er wird immer wieder diskutiert – wurde aber offziell nie von Google bestätigt: Der Google Sandbox Effekt. Es gibt sogar einen englischen Wikipedia-Eintrag zu diesem merkwürdigen Verhalten der Google Suchmaschine. Doch was ist der Google Sandbox Effekt eigentlich genau?

Google Sandbox Effekt für Webseiten

Es ist zu vermuten, dass Google mit dem Sandbox-Effekt vorwiegend neue Webseiten trifft. Diese werden – meist nach einem kurzen Hoch – massiv im Suchranking abgestraft. Google kann also Webseiten nach einiger Zeit von den Suchergebnissen ausschließen. Es ist natürlich nicht bekannt, nach welchen Kriterien dies geschieht, denn es werden nicht alle Webseiten gleich behandelt.

Ich betreibe und betreue eine Reihe von Webseiten, bislang war der Sandbox Effekt nur bei einer Webseite deutlich spürbar. Quasi über Nacht fand ein komplettes Delisting der Website bei Google statt – sie war schlichtweg nicht mehr zu finden. Die Besucherzahlen brachen massiv ein – ich habe einmal die Statistik-Auswertung der Seitenabrufe grafisch als Artikelbild eingestellt (ohne genaue Zahlen).

Google Richtlinien eingehalten und Maßnahme ergriffen

Die Website hielt und hält alle Richtlinien von Google ein, zudem war und ist sie bei den Webmaster Tools angemeldet. Ich habe also sofort einen „Reconsideration Request“ eingereicht, obwohl bei den Webmaster Tools selber keine Fehler angezeigt wurden. Einige Tage später war bei den Webmaster Tools zu lesen, dass weiterhin keine Fehler gefunden wurden. Ich habe auch noch versucht, einige Links von anderen Seiten zu setzen – diese wurden aber erst sehr spät von den Webmastertools erkannt – teilweise erst nach mehreren Wochen.

Ob die Maßnahmen nun etwas gebracht haben – keine Ahnung. Zwölf Tage war diese Website komplett nicht bei Google zu finden – bis dann am 13. Tag plötzlich wieder alles normal war. Merkwürdig, aber Wahr.

Fazit zum Google Sandbox Effekt

Wen der Google Sandbox Effekt trifft, der hat Pech. Er wird nicht angekündigt, man bekommt keine Informationen von Google und man hat kaum Möglichkeiten, etwas gegen diesen Effekt zu unternehmen.

Dies ist bedenklich, denn die Marktmacht von Google ist massiv. Wer hier ausgeschlossen wird, dem fehlen oftmals wichtige Einkünfte. Als Quasi-Monopolist kann man das Verhalten der Google Suchmaschine schon fast als Zensur deuten – auch wenn sie vielleicht unbewusst maschinell entsteht. Hier sollte Google dringend für Transparenz sorgen, denn ansonsten ist das Verhalten der Suchmaschine schon äußerst problematisch.

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Springers neue Digitalstrategie: Zum Erfolg verdammt

Gestern schlug die Bombe ein – der Axel Springer Verlag verkauft das Hamburger Abendblatt, die Berliner Morgenpost und alle TV- und Freuenzeitschriften. Nur knapp 920 Millionen Euro zahlt die Funke Mediengruppe für dieses umfangreiche Paket.

Kritik am Verkauf

Gerade das Hamburger Abendblatt und die Hörzu zählen zu den ureigensten Springer Medien. Ab dem 01. Januar sind sie nicht mehr Teil des Medienkonzerns. Dies kann man natürlich negativ sehen, wie es etwa Michael Spreng tut. Man kann Springer Ideenlosigkeit vorwerfen, wie es Markus Brauck bei Spiegel Online tut.

Generell scheinen die Mitarbeiter und Journalistenverbände den Verkauf kritisch zu sehen. Das ist völlig logisch, schließlich geht es um Arbeitsplätze. Deshalb kritisieren viele Medien den Deal auch – es geht schließlich um ihre Kollegen. Und vielleicht auch irgendwann um ihren Arbeitsplatz.

Content is King

Content galt lange Zeit im Internet als äußerst wichtig. Inzwischen sind es aber dienstleistungsangebote, die mehr Geld bringen – zumindest bei Springer. Die Preissuchmaschine Idealo oder die Werbeplattform Zanox sind daher attraktiver als die „Bild der Frau“.

Inhalt ist aber noch etwas Wert – leider hat der Axel Springer Konzern diesen Wert aber nicht erkannt. Man wolle nichts verschenken sagte etwa Springer-Vorstand Mathias Döpfner. Beim Abendblatt und bei der Morgenpost wurden so etwa 2009 Bezahlschranken („Paywalls“) eingeführt. Der Erfolg blieb aus. Dennoch versucht man es auch bei der Welt (seit 2012) und seit kurzer Zeit bei der Bild (Bild Plus). Zahlende Kunden – kaum. Kosten – hoch. Werbeeinnahmen – sinken. Das ist eine verfehlte Online-Strategie.

Springer hat es also nicht geschafft, den eigenen Content im Internet vernünftig zu vermarkten. Gerade mit exklusiven lokalen Inhalten hätte man punkten können. Ist aber nicht passiert. Also hat man die Printtitel verkauft – inklusive der tatsächlich wenig zeitgemäßen Fernsehzeitschriften.

Digital is King

Trotz der völlig falschen Digital-Strategie bei den Zeitungen sieht sich Springer nun als Medienhaus 2.0. Hier ist man tatsächlich auf einem guten Weg. Aktuell werden bereits knapp die Hälfte der Erlöse aus dem Digitalgeschäft erwirtschaftet – rund zwei Drittel der Werbeerlöse stammen aus dem Internet. Somit ist der Schritt zu einem Digitalunternehmen konsequent. Einen ähnlichen Wandel machen momentan etwa AOL und Yahoo durch.

Riskant ist diese Digital-Strategie eigentlich nicht. Springer ist schließlich bereits heute ein großer Player im Online Business. Die Online-Ausrichtung ist somit weitaus weniger riskant, als die Beibehaltung der jetzt verkauften Zeitungen und Magazine. Hinzu kommt, dass insbesondere in Osteuropa noch viele digitale Projekte verwirklicht werden könnten – in vielen Regionen ist Springer schon mit eigenen Niederlassungen vertreten. Es bleibt nur zu hoffen, dass man bei Springer nicht wieder auf ähnliche Gedanken wie bei den Paywalls kommt.

Wandel is King

Unternehmen überleben nur, wenn sie in der Lage sind, sich zu wandeln. Springer hat dies nun sehr radikal getan. Wandel ist notwendig, um neue Märkte zu erschließen – einen Bestandsschutz für alte Produkte kann es also nicht geben. Dass es noch über 920 Millionen Euro gab und sogar Fernsehzeitschriften verkauft werden konnen, spricht für Springer. Denn wer wird bitte in zehn Jahren noch eine Fernsehzeitschrift wollen?

Das Internet wird in Zukunft eine noch größere Rolle spielen. Eine Ausrichtung auf neue Medien ist daher für Springer richtig. Es bleibt abzuwarten, ob auch neue Produkte entwickelt oder eingekauft werden und ob diese erfolgreich sein können. Im Internet ist Springer nun zum Erfolg verdammt.

Bildnachweis: Assenmacher via Wikimedia Commons

Die Startseite von Spiegel Online mit Adblocker

Kampagne gegen Adblocker von Medienseiten

Viele Leser haben am heutigen Tag sicher nicht schlecht gestaunt, als sie auf einigen Nachrichtenseiten einen großen Text zu lesen bekamen mit der Aufforderung den Adblocker zu deaktivieren. Mit dabe sind die Online-Angebote von SZ, FAZ, Spiegel, RP und Golem.

Adblocker sind – wie der Name es schon sagt – Werbeblocker. Im Internet kann man eine Werbung nicht einfach überblättern, wie in einer Zeitung oder in einem Magazin. Man kann sie aber technisch ausblenden. Für die Browser Firefox und Chrome gibt es optinale Erweiterungen, die die Werbung bequem entfernen (Erweiterung für Firefox, Erweiterung für Chrome). Der Nutzer bekommt so im Prinzip keine Werbung mehr zu sehen. Das ist praktisch, da es die Webseiten besser lesbar macht und zudem auf mobilen Geräten weniger von der kostbaren Bandbreite frisst.

Allerdings benötigen viele Webseiten Werbeeinnahmen. Ohne die geht es einfach nicht. Schließlich müssen die Inhalte, die Technik und viele andere Dinge mehr bezahlt werden. Da hilft die Werbung ungemein, denn eine Paywall ist auf Dauer sicher keine gute Lösung, auch wenn sich die Welt gerade an einem solchen Projekt versucht.

Das Problem der Online-Werbung ist, dass sie unglaublich nerven kann. Zumindest Golem verspricht seinen Lesern, keine nervige Werbung mehr einzusetzen. Keine Layer-Ads, keine Unterbrecherwerbung, keine Werbung mit Sound, keine Popups – das sind einige der Versprechen von Golem. Alle anderen versprechen – nun ja – nichts. Dabei vergessen sie, dass es Adblocker nur gibt, weil einige Online-Werbeformen einfach nur stören. Gegen Textanzeigen oder kleine Werbeflächen werden nur die wenigsten Nutzer etwas haben, aber gegen großflächige und nervend blinkende und laute Werbeflächen schon.

Leider verwenden alle an der Anti-Adblocker-Aktion beteiligten Seiten großflächige dynamische Werbebanner ganz oben auf ihrer Startseite. Menschen, die einen Bildschirm mit einer niedrigen Bildschirmauflösung haben, sehen so fast nichts von der Seite. Das ist ungefähr so, als würde der Spiegel die Hälfte seines Print-Titelblatts mit Werbung zupflastern. Das muss doch nicht sein. Außerdem gibt es teilweise einfach zu viele Werbeblöcke. Beim der RP habe ich auf einer einzigen Artikelseite neun Werbeblöcke gezählt (davon einer mit Ton), beim Spiegel sieben, bei der Zeit und Golem fünf, bei der FAZ vier.

Werbung auf einem Ausschnitt einer RP-Artikelseite

Werbung auf einem Ausschnitt einer RP-Artikelseite

Werbung kann und sollte Artikel ergänzen, sie sollte sie aber nicht verdrängen. Zur Werbung hinzu kommen oftmals Hinweise zu eigenen Produkten oder anderen Artikeln. Das erschwert das Lesen eines Artikels ungemein, ich persönlich mag es nicht, wenn ich mir einzelne Textschnipsel zwischen den ganzen Anzeigen heraussuchen muss. Man stelle sich einmal die Tagesschau vor, in der alle 30 Sekunden ein Werbeblock unterbrochen werden würde. Das würde sich doch niemand antun. Deshalb verabscheuen auch einige Leute Werbung generell.

Das sieht auch das Team von Adblock Plus so. Till Faida kritisiert die Online-Werbeindustrie in seinem Post: „Die Online-Werbeindustrie ist aber leider zu einem großen Teil noch nicht innovationsfreundlich genug, um sich auf Alternativen zu blinkenden Bannern einzulassen. Der Grund ist, dass viele das Internet nicht verstanden haben und einfach das Konzept der TV-Werbung (maximale Aufmerksamkeit erzeugen) kopieren. […] Wir rufen daher alle Websites, Verlage, Advertiser und Ad-Networks auf, sich dem Dialog zu stellen und Werbung nicht gegen, sondern für den Nutzer zu machen. Nur so können Menschen im Internet erreicht werden.“

Wenn also Werbung, dann nicht aufdringlich. Vielleicht eine Anzeige im Artikel, ein- oder zwei daneben und eine darunter. Dazu vielleicht einige Affiliate-Links im Artikel (wenn es denn thematisch passt) und die Einbindung von Service-Angeboten von Drittanbietern. Wer seinen wertvollen Content unter einer dicken Schicht von Werbung verdeckt, mag vielleicht kurzfristig viele Klicks generieren. Qualitativ hochwertig sind die aber nicht (ich habe bei der Anfertigung der Screenshots aus Versehen auf Anzeigen geklickt). Es gibt sicher noch mehr bessere Möglichkeiten, Werbung unterzubringen, etwa im Vorspann von Videos oder duch Gewinnspiele und andere Nutzer-Aktionen. Werbung ohne wirklichen Mehrwert für den Nutzer ist nur wenig wert.

Ich persönlich hoffe, dass die Adblocker-Aktion auch bei den Verlagen zu einem Umdenken führt. Sicher ist es aktuell kaum möglich, eine große Nachrichtenseite aus Werbeeinnahmen zu finanzieren, weil Onlinewerbung im Vergleich zu klassischen Werbeformen einfach zu billig ist. Angemessene Preise werden vielleicht nur eine Frage der Zeit sein – und eine Frage der qualitativ guten Vermarktung und Positionierung von Werbeplätzen. Davon sind wir aber noch weit entfernt. Mein Adblocker bleibt – obwohl ich in meinem Blog selber Werbung einbinde.

[Edit] Inzwischen hat die Adblock-Community die Anti-Adblock-Einblendungen der Newsseiten blockiert. Bei Firefox muss eventuell der Filter manuell aktualisiert werden. (Firefox-Knopf – Add-ons – Adblock Plus – Einstellungen – Filtereinstellungen. Dort das Filterabonnement auswählen (z.B. EasyList) und rechts bei Aktionen „Filter aktualisieren“ wählen).

Alternativen zu Telekom-Drosselung: DSL und VDSL im Vergleich

Die Deutsche Telekom hat vor einiger Zeit angekündigt, dass sie zum 02. Mai eine Drosselung für alle Internet-Anschlüsse einführen möchte. Zwar behauptet sie, dass die Drosselung erst 2016 aktiv wird, im Vertrag steht sie allerdings schon heute. Bei einem DSL-Anschluss wird bereits ab 75 Gigabyte gedrosselt – ein sehr niedriger Wert, den man heute schnell erreichen kann. Danach gibt es zwar Internet, aber nur noch sehr langsam. Aus den Telekom-Flatrates ist quasi ein Volumentarif geworden.

Für Bestandskunden der Telekom ändert sich nichts, es sei denn, sie ändern ihren Vertrag. Dies kann schnell passieren, wenn man einzelne Angebote hinzubucht oder den Vertrag abändert. Schon hat man eine Drosselung im Vertrag stehen. Für viele Telekom-Kunden düfte es also an der Zeit sein, sich nach Alternativen umzusehen. Die meisten anderen Anbieter, selbst die Telekom-Tochter Congstar, haben bislang keine Drosselung der Internet-Leitung geplant. Mit diesem „Angebot“ ist die Telekom also relativ alleine auf weiter Flur.

Wer einen DSL oder VDSL-Vertrag benötigt, sollte sich fragen, was er noch an Zusatzangeboten benötigt. Eine Festnetzflatrate ist meistens in den Verträgen erhalten, oft gibt es zusätzliche Pakete für das Ausland und teilweise für Handynetze. Es kann sich lohnen, auf die Details zu achten. Abraten kann ich generell von LTE-Verträgen, die oft sehr günstig angeboten werden. Diese werden aber von allen Anbietern nach teilweise schon einigen Gigabyte massiv gedrosselt.

Günstige Einstiegstarife mit Festnetzflatrate

Im Prinzip alle Anbieter bieten hier Tarife um die 30 Euro an. Es kommt also mehr auf Verfügbarkeit und Geschwindigkeit im jeweiligen Nutzungsgebiet an. Mit dabei sein sollten eine Festnetzflatrate und mindestens eine DSL-16.000-Leitung:

Telekom
Call & Surf Comfort
Congstar
Komplett 2
O2
DSL M
Vodafone DSL + Mobile Flat
DSL-Geschwindigkeit (Down/Up) 16.000 / 1000 16.000 / 1024 16.000 / 1000 16.000 / 1000
Inklusivvolumen 75 GB unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Festnetz-Flatrate ja ja ja ja
Aufpreis ISDN 4€ kein, Voip kein, Voip 4€
Europa-Flatrate 3,95€ 3,99€ 4,99€ 3,95€
Weitere Länder Flat 14,95€ 14,99€ 14,99€ 14,95€
Mobilfunk-Flatrate 14,95€ (nur T-Mobile) 0€ zu O2 (wenn O2-Mobilfunk-Vertrag existiert) 0€ zu Vodafone, pro anderes Netz 14,95€
Router inklusive Nein Ja nein 39,99€
Mindestvertragslaufzeit 24 Monate 24 Monate,
ohne gegen Aufpreis
1 Monat 24 Monate
Kosten pro Monat 34,95€ 29,99€ 29,99€ 29,99€
Kosten 24 Monate
(inkl. Gebühren
& Rabatte, ohne Extras)
866,81€
(36,12€/Monat)
729,75€
(30,41€/Monat)
720€
(30€/Monat)
598,90€
(24,95€/Monat)
1&1
Doppel-Flat
50.000
Tele2
Komplett
Easybell
Komplett Easy
Kabel Deutschland
Internet & Telefon 16
DSL-Geschwindigkeit (Down/Up) 50.000 / 10.000 16.000 / 1000 16.000 / 1024 16.000 / 1000
Inklusivvolumen unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt, Filesharing 10 GB/Tag
Festnetz-Flatrate ja ja ja ja
Aufpreis ISDN 2,99€ kein, Voip kein, Voip nicht verfügbar
Europa-Flatrate 9,99 – 1000 Minuten in 50 Länder 4,95€ 3,99€
Weitere Länder Flat
Mobilfunk-Flatrate 10€ (Kompelett Allnet) 9,99€ für 200 Minuten
Router inklusive 49,99 . ja
Mindestvertragslaufzeit 1 Monat 24 Monate 1 Monat 24 Monate
Kosten pro Monat 29,99€ 29,95€ 24,95€ 24,95€
Kosten 24 Monate
(inkl. Gebühren
& Rabatte, ohne Extras)
779,35€
(32,47€/Monat)
718,17
(29,95€/Monat)
648,75€
(27,03€/Monat)
575,50€
(23,98€/Monat)

Die Tarife von Vodafone und Kabel Deutschland sind am günstigsten, die Telekom ist trotz Drosselung mit deutlichem Abstand am teuersten. Easybell bietet als einziger Anbieter eine Flatrate in alle Handynetze, dafür aber keine Auslands-Flatrate. Die Tarife von Easybell, 1&1 und O2 punkten zudem mit der kurzen Vertragslaufzeit, bei O2 und 1&1 kann man zwar auch Verträge über 24 Monate abschließen, die sind aber kaum günstiger (etwa 2 bis 3 Euro/Monat).

Profi-Tarife mit VDSL

Mindestens 50 Megabit sollten es schon sein. Meistens kostet das nur etwa 5 Euro im Monat aufpreis. Hier die Tabelle:

Telekom
Call & Surf Comfort VDSL
Congstar
Komplett 2
O2
DSL M mit Speed-Option
Vodafone DSL Classic VDSL
DSL-Geschwindigkeit (Down/Up) 50.000 / 10.000 50.000 / 10.000 50.000 / 10.000 50.000 / 10.000
Inklusivvolumen 200 GB unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Festnetz-Flatrate ja ja ja ja
Aufpreis ISDN 4€ kein, Voip kein, Voip 4€
Europa-Flatrate 3,95€ 3,99€ 4,99€ 3,95€
Weitere Länder Flat 14,95€ 14,99€ 14,99€ 14,95€
Mobilfunk-Flatrate 14,95€ (nur T-Mobile) 0€ zu O2 (wenn O2-Mobilfunk-Vertrag existiert) Vodafone 10€, je anderes Netz 14,95€
Router inklusive Nein 59,99€ 19,99€ 39,90€
Mindestvertragslaufzeit 24 Monate 1 Monat 1 Monat 24 Monate
Kosten pro Monat 34,95€ 55,99€ 34,98€ 34,99€
Kosten 24 Monate
(inkl. Gebühren
& Rabatte, ohne Extras)
980,81€
(40,87€/Monat)
899,75€
(37,49€/Monat)
854,41€
(35,60€/Monat)
718,19€
(29,95€/Monat)
1&1
Doppel-Flat
50.000
Easybell
Komplett Easy VDSL
Kabel Deutschland
Internet & Telefon 100
DSL-Geschwindigkeit (Down/Up) 50.000 / 10.000 50.000 / 10.000 100.000 / 8000
Inklusivvolumen unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt, Filesharing 10 GB/Tag
Festnetz-Flatrate ja ja ja
Aufpreis ISDN 2,99€ kein, Voip nicht verfügbar
Europa-Flatrate 9,99 – 1000 Minuten in 50 Länder 3,99€
Weitere Länder Flat
Mobilfunk-Flatrate 10€ (Kompelett Allnet) 9,99€ für 200 Minuten
Router inklusive 49,99 ja
Mindestvertragslaufzeit 1 Monat 1 Monat 24 Monate
Kosten pro Monat 29,99€ 29,95€ 24,95€
Kosten 24 Monate
(inkl. Gebühren
& Rabatte, ohne Extras)
779,35€
(32,47€/Monat)
768,75€
(32,03€/Monat)
727,50€
(30,31€/Monat)

Vodafone und Kabel Deutschland sind hier mit knapp 30 Euro im Monat am günstigsten, allerdings hat Vodafon keine gute VDSL-Verfügbarkeit. 1&1 und Easybell bieten hier das beste Angebot, weil die Tarife nur eine sehr kurze Vertragslaufzeit haben. Bei beiden ist aber der Router optional und muss daher auf den Preis draufgeschlagen werden, bei O2 ist er in die Endkosten eingerechnet, da er mitbestellt werden muss

Fazit

Momentan habe ich einen 100 Megabit-Anschluss bei Kabel Deutschland. Leider ist der Upstream von nur 6 Megabit etwas lahm. Wenn man viel mit Cloudspeicher arbeitet, ist VDSL mit 10 Megabit Upstream sicher besser. Einsteiger können im Vergleich zum Telekom-Angebot in zwei Jahren fast 300 Euro sparen, das ist viel Geld. Ähnlich sieht es bei den VDSL-Tarifen aus.

Bei einigen Anbietern wie Vodafone oder 1&1 lauern teilweise Vertragsfallen, dort wird das Paket manchmal nach 24 Monaten teurer. Wer einen günstigen DSL-Anschluss haben möchte, sollte aber sowieso nur die 24 Monate Vertragslaufzeit aussitzen und sich dann einen neuen Tarif suchen.

Handykunden von O2 und Vodafone sollen überprüfen, ob sie einen Vertragstarif haben, der zu einem weiteren Rabatt führt. Dieser hat bei beiden eine Höhe von etwa 10 Euro im Monat, womit man dann nochmals 240 Euro sparen könnte. Für diese Kunden sind die DSL-Tarife von Vodafone und O2 ganz klar die beste Wahl.