Kategorie-Archiv: Hamburg

1000px-Junge_liberale-logo.svg

Rücktritt als stellvertretender Landesvorsitzender für Programmatik der JuLis Hamburg

Liebe JuLis,

ich trete heute mit sofortiger Wirkung als stellvertretender Landesvorsitzender bei den JuLis Hamburg zurück. Außerdem lege ich mein Amt als Schriftführer im Landesarbeitskreis Programmatik und mein Delegiertenmandat zum Bundeskongress der Jungen Liberalen nieder. Mein Amt als stellvertretender Vorsitzender der JuLis Eimsbüttel hingegen werde ich weiter ausüben.

Seit November 2012 gehörte ich dem Landesvorstand der JuLis Hamburg an, erst als Beisitzer und kurze Zeit später als stellvertretender Landesvorsitzender. Im letzten Jahr habe ich zusammen mit vielen engagierten JuLis viel in der Programmatik getan. Als JuLis Hamburg haben wir uns mit Themen wie Trennung von Staat und Religion, Verkehrspolitik oder Kulturpolitik befasst. Wir haben zudem zielgerichtet auf die Bürgerschaftswahl im nächsten Jahr hingearbeitet. Diese Themen habe wir im Landesarbeitskreis Programmatik und auf Landesmitgliederversammlungen intensiv diskutiert. Die getroffenen Beschlüsse habe ich in der FDP Hamburg zur Diskussion gestellt, wo es viel positives Feedback gab. Zudem wurden viele unserer Anträge auch von der FDP Hamburg beschlossen.

Parallel dazu habe ich das Rahmenprogramm fertiggestellt, das mein Vorgänger Daniel Oetzel begonnen hatte. Nach intensiven Diskussionen und teilweise harten Verhandlungen haben wir seit dem letzten Jahr eine inhaltliche Grundlage, an der sich die weitere Arbeit ausrichten kann.

Der Rücktritt fällt mir persönlich sehr schwer und ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Es haben unterschiedliche Faktoren zu meiner Entscheidung geführt, von denen ich hier einige aufführen möchte.

Zeitlich verfüge ich aktuell über weniger Ressourcen als im letzten Jahr. Das hat berufliche, familiäre aber auch politische Gründe. Ich habe in der FDP im letzten Monat kurzfristig mehr Aufgaben übernehmen müssen, als ich das ursprünglich geplant hatte, diese Arbeit mache ich aber auch gerne. Dazu zählt etwa die zusätzliche Arbeit in der Bezirksfraktion Eimsbüttel oder in meinem FDP-Kreisverband Stellingen-Eidelstedt, den ich nun neu aufbauen muss und möchte.

Der Bezirkswahlkampf wirft zudem seinen Schatten voraus und bindet mich immer mehr zeitlich ein. Hier werde ich mehr Energie aufwenden müssen als ursprünglich geplant, da die Personaldecke in meinem Wahlkreis sehr dünn ist. Als Direktkandidat für meinen Wahlkreis Eidelstedt und als Platz drei der Bezirksliste möchte ich einen guten und intensiven Wahlkampf führen. Über eine Unterstützung von Seiten der JuLis würde ich mich jederzeit sehr freuen.

Ich schaffe es daher einfach zeitlich nicht mehr, zwei oder mehr Abende in der Woche für die JuLis aufzuwenden und zusätzlich noch die programmatische Arbeit vor- und nachzubereiten. Dieses Zeitproblem wird durch deutlich komplizierter gewordene Strukturen im Landesvorstand und einen sehr hohen Koordinationsaufwand noch verschärft.

Auch inhaltlich habe ich nicht das Gefühl, dass ich meine bisherige Arbeit befriedigend fortsetzen kann. Mir ist es immer ein Anliegen, die Mitglieder in den Entwurf von Vorlagen und in die Entscheidungsprozesse maßgeblich mit einzubinden. Mir ist es auch ein Anliegen, dass unsere Standpunkte und Beschlüsse eine maximale Außenwirkung entfalten. Ich möchte nicht nur Beschlüsse für uns selber fassen, sondern auch aktiv in die FDP hinein wirken. Hierzu gehört etwa die Mitarbeit an Wahlprogrammen der FDP. Als JuLis haben wir hier die Chance, praktisch etwas zu bewirken, diese Chance sollten wir nicht ungenutzt lassen. Da bin ich ganz pragmatisch. In der Praxis bedeutet das, dass wir uns thematisch nicht intensiv mit zwei oder drei Themenbereichen gleichzeitig befassen können, weil das unsere Ressourcen einfach nicht hergeben.

Die vielen Möglichkeiten, die wir haben, müssen wir aber in einer effizienten Arbeitsweise angehen. Unser Landesverband ist ein kleiner Verband, die Personaldecke ist in vielen Bereichen recht dünn. Es war immer mein Ziel, die bestehenden Ressourcen optimal zu nutzen, möglichst mehr Mitglieder für die Verbandsarbeit zu aktivieren und niemanden zeitlich zu überfordern. Wir alle engagieren uns bei den JuLis ehrenamtlich, wir alle bekommen für unsere Arbeit keinen Cent.

Mein Rücktritt bedeutet gleichzeitig auch, dass ich mich generell aus der Arbeit bei den JuLis zurückziehen werde. Aus Altersgründen werde ich zudem demnächst aus dem Verband ausscheiden müssen (ich werde in diesem Jahr 33), daher möchte ich die Arbeit nun anderen überlassen.

Meine Erfahrungen aus meiner Arbeit als Programmatiker gebe ich gerne weiter. Sprecht mich gerne an, wenn ihr etwas wissen möchtet. Ich bin am besten per E-Mail unter mail[ätt]barnabas-crocker[dot]de oder z.B. via Facebook erreichbar.

Ich wünsche dem Landesverband der JuLis Hamburg in der weiteren Arbeit viel Erfolg! Als einfaches Mitglied werde ich die Arbeit weiter begleiten, etwa in meinem Bezirk oder auf den Landesmitgliederversammlungen.

Barnabas Crocker

Liveblog von der Landesmitgliederversammlung der JuLis Hamburg im Januar 2014

Am 12. Januar 2014 findet die Landesmitgliederversammlung der JuLis Hamburg statt. Der Schwerpunkt sind Wahlen. Es wird unter anderem der Landesvorstand neu gewählt. Ich werde an dieser Stelle ab etwa 15 Uhr den Liveblog starten – die Liveeinträge sieht man, wenn man diesen Beitrag öffnet (auf den Titel klicken).

private-members-only

Erneuerung der FDP – in Hamburg anfangen und das Delegiertensystem abschaffen

Nach der massiven Wahlschlappe bei der Bundestagswahl ist eine Erneuerung der FDP dringend nötig. Das sehen nicht nur die Medien so, sondern auch viele Mitglieder. Es wird die Programmatik in Frage gestellt, die Darstellung, das Personal und die Diskussionsformen. Eins wird aber oft vergessen – eine Erneuerung fängt an der Basis an – in den Kreisen, Bezirken und den Landesverbänden.

Schon im Bundesvorstand ist es verwunderlich, dass viele zurückgetretene ehemalige Vorstandsmitglieder weiter arbeiten möchten. Von Christian Lindner bis zu Dirk Niebel möchten sich viele an einem Neuanfang beteiligen. Dabei sind sie doch für die Misere der FDP mit verantwortlich – sie waren schließlich im Vorstand und teilweise auch im Bundestag und an der Bundesregierung beteiligt.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele aus der Basis genau das kritisieren. Im Prinzip entsteht momentan der Verdacht, dass ein Neuanfang nur formell betrieben wird. Am Ende bleibt dann doch alles gleich. Sollte sich wenig ändern, liegt das vor allen an den Partei-Strukturen. Sie sind teilweise starr und wenig offen für neue Mitglieder, die so auch keine neuen Ideen und keinen frischen Wind einbringen können.

Ein gutes Beispiel ist gerade in meinem Landesverband Hamburg zu sehen. Viele fordern die Erneuerung der FDP, beklagen sich über die Bundesspitze und möchten viel ändern. Geht es aber darum, das Delegiertensystem im eigenen Landesverband durch eine Mitgliederversammlung zu ersetzen, mauern plötzlich viele.

Der FDP Landesverband Hamburg hat knapp 1200 Mitglieder, davon sind etwa 10% (121) Delegierte, die alle zwei Jahre gewählt werden. Für neue Mitglieder ist es oftmals fast unmöglich, sich an Parteitagen zu beteiligen. Wer oft umzieht, hat kaum konkrete Möglichkeiten, sich im Landesverband zu engagieren. Das trifft vor allem junge Leute – die, die ganz dringend mit frischen Ideen benötigt werden.

Im November sollen nun die Delegierten auf einem Landesparteitag das Delegiertensystem abschaffen, zu diesem Thema habe ich bereits etwas geschrieben. Dagegen gab und gibt es massive Proteste – vorwiegend von Delegierten. Sie verlieren natürlich innerhalb der Partei an Bedeutung, wenn alle Mitglieder gleichberechtigt sind. Und so wird gemauert, kritisiert, vertagt, blockiert und konspiriert.

Hier geht es konkret meist nicht um die Partei, sondern nur um den eigenen Egoismus. Es geht nicht um Fortschritt, sondern um persönliches Renommee. Es geht nicht um Inhalte, sondern nur um einfach zu beschaffende Mehrheiten und Kungelei. Das ist schade. Denn welche Bedeutung hat eine Partei, die Posten vor Wahlen verteilt, die sie nicht bekommt, weil sie keine Bedeutung mehr hat? Bringt ein solches System die FDP voran?

In meinen Augen nein. Möchte sich die FDP erneuern, muss sie auch auf der untersten ebene erneuert werden. Sie muss attraktiv für neue Mitglieder werden, ihnen Einfluss und Mitsprachemöglichkeiten geben. Wie sonst will man neue und aktive Mitglieder gewinnen und in der Partei behalten?

Bildnachweis: healthserviceglasses via Flickr

springer

Springers neue Digitalstrategie: Zum Erfolg verdammt

Gestern schlug die Bombe ein – der Axel Springer Verlag verkauft das Hamburger Abendblatt, die Berliner Morgenpost und alle TV- und Freuenzeitschriften. Nur knapp 920 Millionen Euro zahlt die Funke Mediengruppe für dieses umfangreiche Paket.

Kritik am Verkauf

Gerade das Hamburger Abendblatt und die Hörzu zählen zu den ureigensten Springer Medien. Ab dem 01. Januar sind sie nicht mehr Teil des Medienkonzerns. Dies kann man natürlich negativ sehen, wie es etwa Michael Spreng tut. Man kann Springer Ideenlosigkeit vorwerfen, wie es Markus Brauck bei Spiegel Online tut.

Generell scheinen die Mitarbeiter und Journalistenverbände den Verkauf kritisch zu sehen. Das ist völlig logisch, schließlich geht es um Arbeitsplätze. Deshalb kritisieren viele Medien den Deal auch – es geht schließlich um ihre Kollegen. Und vielleicht auch irgendwann um ihren Arbeitsplatz.

Content is King

Content galt lange Zeit im Internet als äußerst wichtig. Inzwischen sind es aber dienstleistungsangebote, die mehr Geld bringen – zumindest bei Springer. Die Preissuchmaschine Idealo oder die Werbeplattform Zanox sind daher attraktiver als die „Bild der Frau“.

Inhalt ist aber noch etwas Wert – leider hat der Axel Springer Konzern diesen Wert aber nicht erkannt. Man wolle nichts verschenken sagte etwa Springer-Vorstand Mathias Döpfner. Beim Abendblatt und bei der Morgenpost wurden so etwa 2009 Bezahlschranken („Paywalls“) eingeführt. Der Erfolg blieb aus. Dennoch versucht man es auch bei der Welt (seit 2012) und seit kurzer Zeit bei der Bild (Bild Plus). Zahlende Kunden – kaum. Kosten – hoch. Werbeeinnahmen – sinken. Das ist eine verfehlte Online-Strategie.

Springer hat es also nicht geschafft, den eigenen Content im Internet vernünftig zu vermarkten. Gerade mit exklusiven lokalen Inhalten hätte man punkten können. Ist aber nicht passiert. Also hat man die Printtitel verkauft – inklusive der tatsächlich wenig zeitgemäßen Fernsehzeitschriften.

Digital is King

Trotz der völlig falschen Digital-Strategie bei den Zeitungen sieht sich Springer nun als Medienhaus 2.0. Hier ist man tatsächlich auf einem guten Weg. Aktuell werden bereits knapp die Hälfte der Erlöse aus dem Digitalgeschäft erwirtschaftet – rund zwei Drittel der Werbeerlöse stammen aus dem Internet. Somit ist der Schritt zu einem Digitalunternehmen konsequent. Einen ähnlichen Wandel machen momentan etwa AOL und Yahoo durch.

Riskant ist diese Digital-Strategie eigentlich nicht. Springer ist schließlich bereits heute ein großer Player im Online Business. Die Online-Ausrichtung ist somit weitaus weniger riskant, als die Beibehaltung der jetzt verkauften Zeitungen und Magazine. Hinzu kommt, dass insbesondere in Osteuropa noch viele digitale Projekte verwirklicht werden könnten – in vielen Regionen ist Springer schon mit eigenen Niederlassungen vertreten. Es bleibt nur zu hoffen, dass man bei Springer nicht wieder auf ähnliche Gedanken wie bei den Paywalls kommt.

Wandel is King

Unternehmen überleben nur, wenn sie in der Lage sind, sich zu wandeln. Springer hat dies nun sehr radikal getan. Wandel ist notwendig, um neue Märkte zu erschließen – einen Bestandsschutz für alte Produkte kann es also nicht geben. Dass es noch über 920 Millionen Euro gab und sogar Fernsehzeitschriften verkauft werden konnen, spricht für Springer. Denn wer wird bitte in zehn Jahren noch eine Fernsehzeitschrift wollen?

Das Internet wird in Zukunft eine noch größere Rolle spielen. Eine Ausrichtung auf neue Medien ist daher für Springer richtig. Es bleibt abzuwarten, ob auch neue Produkte entwickelt oder eingekauft werden und ob diese erfolgreich sein können. Im Internet ist Springer nun zum Erfolg verdammt.

Bildnachweis: Assenmacher via Wikimedia Commons

Liveblog: Landesmitgliederversammlung der JuLis Hamburg, 15.06.2013

Die Landesmitgliederversammlung der Jungen Liberalen Hamburg findet am Samstag, den 15.06.2013 um 15 Uhr in der Universität statt. Tagungsort ist die Universität Hamburg, dort der Sitzungssaal des Akademischen Senats im Hauptgebäude (ESA 1).

Von dieser LMV werde ich wieder einen Liveblog anbieten. Themen sind beispielsweise das Rahmenprogramm und HVV-Anträge. Nach der LMV wird es ein Grillen an der Alster geben. Alle näheren Informationen finden sich dann an dieser Stelle. Bei wem der Liveblog sich nicht öffnet – einfach auf den Artikel-Titel oder hier klicken.